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Leichter Rückgang bei Firmeninsolvenzen

11.07.2019

Laut einer Erhebung der Creditreform Firmeninsolvenzstatistik zeigt sich, dass die heimischen Insolvenzen im ersten Halbjahr leicht rückläufig waren, und zwar durchschnittlich um 1 Prozent. Bei allen Insolvenzverfahren in Österreich waren in Summe rund 7000 Arbeitsplätze und 27.800 Gläubiger betroffen. Die Insolvenzverbindlichkeiten werden auf rund 700 Millionen Euro geschätzt.

Die Insolvenzverfahren in Österreich sind im ersten Halbjahr leicht zurückgegangen, meldet die Creditreform. Die Verfahren sind dabei um 0,8 Prozent auf 1565, die mangels Vermögen abgewiesenen Insolvenzen um 1,4 Prozent auf 1091 gesunken. Bei einer Befragung der Gläubiger im Frühjahr gaben 78 Prozent der Unternehmen Managementfehler, beziehungsweise 57 Prozent Kapitalmangel als Hauptursachen von Insolvenzen genannt. 44 Prozent der befragten Betriebe waren in den letzten zwölf Monaten von einer Kundeninsolvenz betroffen, fast 22 Prozent von mehr als zwei Insolvenzen. 23 Prozent hatten keine Forderungsverluste zu beklagen.

Firmeninsolvenzen im Bundesländervergleich

Die größten Rückgänge meldeten Kärnten (-18,3 Prozent), die Steiermark (-16,4 Prozent) und Wien (-5,4 Prozent). Dagegen verzeichneten die Bundesländer Tirol (+31,5 Prozent), Salzburg (+21,3 Prozent) und Burgenland (+9,5 Prozent) mehr Insolvenzen. Die höchste relative Insolvenzbetroffenheit herrschte in Wien mit knapp 11 Insolvenzen pro 1000 Unternehmen. Jede dritte Insolvenz fand in der Bundeshauptstadt statt. Österreichweit wurden im Durchschnitt etwas mehr als 7 Insolvenzen pro 1000 Unternehmen gezählt. Absolut betrachtet gab es mit 490 Insolvenzen die meisten Verfahren bei den unternehmensbezogenen Dienstleistungen, gefolgt vom Handel (464) und dem Bauwesen (436). Den größten Anstieg verzeichnete die Verkehr- und Nachrichtenübermittlung (Transportwesen) mit einem Plus von 20,8 Prozent. Stark rückläufig waren die Insolvenzen im Kredit- und Versicherungswesen mit einem Minus von 41,4 Prozent.

Privatinsolvenzen wieder weniger

Die endgültigen Zahlen der Creditreform Privatinsolvenzstatistik für das 1. Halbjahr 2019 in Österreich zeigen, dass sich der im 1. Quartal begonnene Trend fortsetzt und die Insolvenzen von Privatpersonen weiter zurückgehen. Die Zahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren ist um 5,8 Prozent auf rund 5200 Verfahren gesunken.

Hauptursache für die Privatinsolvenz ist bei den davon Betroffenen laut Schuldnerberatern Einkommensverschlechterung infolge von Arbeitsplatzverlust oder Krankheit. 88 Prozent der von Creditreform zuletzt im Frühjahr befragten Gläubiger-Unternehmen sagen, dass das Konsumverhalten und generell Schwierigkeiten im Umgang mit Geld die Insolvenz verursacht haben. 20 Prozent sehen sogar eine missbräuchliche Verwendung des Insolvenzverfahrens zur Entschuldung als gegeben.

Bundesländervergleich der Privatinsolvenzen

Ein Blick auf die Bundesländer zeigt ein fast einheitliches Bild: Die stärksten Rückgänge verzeichnen Vorarlberg (-32,4 Prozent), Tirol (-18,3 Prozent) und Niederösterreich (-13,3 Prozent). Ausreißer in dieser Entwicklung sind Salzburg (+1,6 Prozent) und Wien (+1,4 Prozent). Mit fast 16 von 10.000 erwachsenen Personen sind die Wiener am stärksten von einer Insolvenz betroffen. 37 Prozent aller Insolvenzen finden in der Bundeshauptstadt statt. Im österreichischen Durchschnitt sind rund 9 von 10.000 Erwachsene zahlungsunfähig.

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