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KSV1870: 1. Quartal 2017 bringt Insolvenzrückgang von 3 %

06.04.2017

Laut KSV1870 gibt es pro Werktag etwa 20 insolvente Unternehmen, an Schulden kommen an einem Werktag durchschnittlich 4,7 Millionen Euro zusammen, und 64 Dienstnehmer sind betroffen.

KSV1870-Geschäftsführer Ricardo-José Vybiral erklärt den sogenannten „abgewiesenen Konkursen“ den Kampf: „Es ist erfreulich, dass auch im ersten Quartal 2017 mehr als 60 % aller Fälle zu einem Insolvenzverfahren wurden.“

Insgesamt waren in den ersten drei Monaten des Jahres 2017 laut KSV1870 1.298 Unternehmen insolvent, was einem Rückgang von 3 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016 entspricht.

Es wurden über 787 Unternehmen Insolvenzverfahren eröffnet, die Schulden von insgesamt 300 Millionen Euro betrafen. In diesen Unternehmen waren in Summe 4.100 Dienstnehmer beschäftigt.

Der Rückgang der Passiva beläuft sich laut KSV1870 auf ca. 74 % (!), allerdings verzerrten die Statistik im Vorjahr drei Großinsolvenzen mit über 840 Mio. Euro Passiva. Ohne diese drei „Ausreißer“ liegen die Passiva 2017 sogar knapp über jenen des Vorjahrs.

Zu den bisher drei größten Insolvenzen im 1. Quartal 2017 zählt der 13,7 Millionen Euro schwere Konkurs der KJK Multimedia Handels e.U, Inh. Jörg Kneupper, (An- und Verkauf von Tonträgern), Schiefling.

Die „abgewiesenen Konkurse“ werden seit 2010 als „nicht eröffnete Insolvenzen“ bezeichnet. KSV1870-Geschäftsführer Ricardo-José Vybiral erklärt dieses Phänomen: „Es handelt sich dabei um Fälle, bei denen der Geschäftsinhaber seinen Rechtspflichten auf Antrag eines Insolvenzverfahrens nicht rechtzeitig nachgekommen ist. Solche Unternehmen sind letztlich so ausgezehrt, dass die Eröffnung eines geordneten Insolvenzverfahrens nicht mehr wirtschaftlich darstellbar ist.“

Die vergangenen 20 Jahre „im Kampf“, so Vybiral, gegen dieses Phänomen haben gute Erfolge gezeitigt. und „so ist es erfreulich, dass auch im ersten Quartal 2017 mehr als 60 % aller Fälle zu einem Insolvenzverfahren wurden“.

Der Anteil der nicht eröffneten Verfahren an den Gesamtinsolvenzen (39,4 %) ist im 1. Quartal 2017 gegenüber dem Gesamtjahr 2016 (39,5 %) leicht gesunken.

Positiv sind die „Wanderungen“ von nicht eröffneten zu eröffneten Verfahren, wie z. B. in Oberösterreich oder Vorarlberg. Schwierig sind Situationen, wo es eine „Rückwanderung“ von eröffneten zu nicht eröffneten Fällen gab, wie z. B. in Kärnten, Steiermark und Wien.

Die weiteren Aussichten fasst KSV1870-Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner so zusammen: „Eine Schwalbe macht keinen Sommer und der leichte Rückgang der Insolvenzen im ersten Quartal ist kein Indikator für die Entwicklung im gesamten Jahr. Zinserhöhungen und Erholung der Wirtschaft sind im Gegenteil Vorboten, dass es im Lauf des Jahres 2017 noch eine Belebung des Insolvenzgeschehens geben wird.“

Kantner begründet das folgendermaßen: „Denn langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass mit dem beginnenden Aufschwung aus einem Konjunkturtal auch die Insolvenzen anspringen.“

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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