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Kostet ein "Axxxxloch" Cordes den Job als Metro-Chef? Entgleisung in St. Petersburg

05.09.2011

Eckhard Cordes ist nicht zu beneiden. Seine Unterstützer werden weniger. Einige seiner Gegner nehmen jedes falsche Wort zum Anlass, den Strick enger zu drehen. In St. Petersburg soll dem Metro-Chef der Kragen geplatzt sein. Er habe den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Klockhaus ein "Arschloch" genannt. Das wurde von Mitgliedern des Metro-Aufsichtsrats der Unternehmerfamilie Haniel gesteckt. Die will wegen der Entgleisung Cordes‘ Vertragsverlängerung überdenken. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. 

Werner Klockhaus vertritt die Arbeitnehmer. Dass es zwischen ihm und Cordes eine Menge Meinungsverschiedenheiten gibt, das ist kein Geheimnis. Er nimmt Cordes das hässliche A-Wort aber nicht übel. Das sei beim Bier in St. Petersburg passiert, wo das Gremium Ende im Juli tagte, und dürfe man nicht so ernst nehmen. Übel mitspielen wolle aber irgendwer Vorstandschef Cordes. Gezielt füge ihm jemand Schaden zu, aber niemand aus dem Arbeitnehmerlager, so Klockhaus – also jemand von der Kapitalseite.
 

Dunkle Wolken

Tatsächlich landete die "Arschloch-Story" bei der Unternehmerfamilie Haniel in Duisburg. Der Familienkonzern ist mit rund 35 Prozent der größte Aktionär von Metro. Bei Haniel ist man aufgrund des andauernden Media-Saturn-Machtkampfes zwischen Cordes und Media Markt-Gründer Erich Kellerhals sowieso schon stinksauer. Und jetzt das. Cordes wird nach Duisburg zitiert. Es geht um seine Vertragsverlängerung. Die ist nun wohl noch ein Stück weiter entfernt. "Die Wolken über ihm werden sehr dunkel. Die Zahl seiner Freunde nimmt ab", bringt’s ein Insider in der SZ auf den Punkt.

Der derzeitige Vetrag von Cordes läuft im Oktober 2012 aus. Hartnäckig halten sich die Gerüchte, Aufsichtsratschef Jürgen Kluge wolle Cordes vom Metro-Chefsessel stoßen. Laut Spiegel hat Cordes keine Mehrheit mehr im Aufsichtsrat. Doch auch Kluge selbst steht in der Kritik. "Der hat die Zügel nicht in der Hand. So verselbständigen sich die Entwicklungen", zitiert die SZ einen Insider. Und Cordes werde demontiert.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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