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Konjunkturerwartung in Österreich trübt sich ein

20.10.2014

Im dritten Quartal 2014 zeigen die Ergebnisse des GfK Konsumklima Europa für Österreich ein sich eintrübendes Bild. Europaweit ist der Optimismus deutlich gedämpft, insbesondere die Konjunkturlokomotive Deutschland verlor durch die politischen Krisen der Sommermonate an Fahrt und bremst auch die Aussichten in Österreich.

Die Skepsis hat die Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich erfasst: die Erwartungen an die Konjunktur haben sich merklich eingetrübt, die Entwicklung ist einheitlich hin zu einem Dämpfer in ganz Europa. „Die Kurve geht bergab. Die Krise in der Ukraine und die Exportorientierung Österreichs nach Mittel- und Osteuropa haben offenbar Anteil an dieser Entwicklung. Politisch dominierten die Wirtschaftssanktionen gegen Russland den Sommer“, so Paul Unterhuber von GfK Österreich.

In ganz Europa habe sich die Wirtschaft schlechter entwickelt als von Wirtschaftsinstituten und Regierungen angenommen. Die schwächere Entwicklung in Deutschland (insbesondere durch zurückgehende Nachfrage aus dem Ausland), die strukturellen Probleme Frankreichs und Italiens sowie die Konflikte in der Ukraine und mit der IS in Syrien und dem Irak tragen zu dieser unerwarteten Verschlechterung bei. Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich im letzten Quartal deutlich

verschlechtert. Erreichte die Konjunkturerwartung im Juni mit 46,2 Punkten den höchsten Stand seit drei Jahren, ist sie seither mit einem Minus von knapp 42 Punkten regelrecht eingebrochen. Aktuell liegt der Indikator bei 4,4 Punkten. In Österreich ist der entsprechende Indikator im dritten Quartal um rund 12 Zähler auf -18 Punkte im September gefallen (im Vergleich zu Juni 2014). Das ist der niedrigste Wert seit Dezember 2012.

Österreich: Steuerreform weckt Erwartungen

Die Einkommenserwartung in Österreich ist zwar leicht gesunken, dennoch liegt der Indikator mit 1,5 Punkten nur noch wenig über seinem langjährigen Durchschnittswert von 0 Zählern. Zuletzt stand er im Juni 2012 niedriger.

Einzig die Anschaffungsneigung passt sich diesem Trend nicht an. Sie ist im Sommer um 2,6 Punkte auf 19,8 Zähler gestiegen. Im Juli war sie jedoch auf 8,4 Punkte gefallen. „Die anhaltende Diskussion über die Steuerreform in Österreich und die damit einhergehende Erwartung, dass die Konsumentinnen und Konsumenten mehr Geld zur Verfügung haben, dürfte die Konsumlaune weiter gesteigert haben. Spannend wird die Frage, ob sich diese positive Stimmung im Weihnachtsgeschäft niederschlägt“, so Paul Unterhuber. Nach Deutschland (plus 43) ist die Konsumlaune in Österreich (plus 20) im Vergleich zu den anderen Ländern am zweithöchsten.

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