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Konjunktur: Handwerk und Gewerbe hofft auf robuste Entwicklung

13.01.2020

Nach einem sehr erfolgreichen Jahr 2019 herrschen nun gedämpfte Erwartungen. Trotz allem bleibt die Stimmungslage aber positiv.

Österreichs Handwerk und Gewerbe blickt auf ein erfolgreiches 2019 zurück. Wir werden nach den vorliegenden Zahlen die Umsatzschallmauer von 100 Mrd. Euro durchbrechen. Natürlich lastet die zu erwartende konjunkturelle Eintrübung auf der Stimmungslage der Betriebe für 2020. Trotz allem besteht die Hoffnung, dass sich die Konjunkturwolken rascher auflösen als erwartet und dass mit dem neuen Regierungsprogramm im Rücken so mancher wesentliche Impuls gerade auch für Handwerk und Gewerbe eintritt. Das Hochkonjunkturjahr 2019 legt die Latte für 2020 hoch. Trotzdem blicken wir selbstbewusst auf das neue Jahr und hoffen auf eine robuste Entwicklung“, fasst die Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, Renate Scheichelbauer-Schuster, zusammen.

Stimmungsbarometer weiter positiv

In den ersten 3. Quartalen 2019 sind die Auftragseingänge bzw. Umsätze gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres wertmäßig um 0,2 Prozent gestiegen und damit nur geringfügig höher als 2018. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass in den ersten 3 Quartalen 2019 im Gewerbe und Handwerk ein Umsatz von rd. 72,9 Mrd. Euro erzielt wurde – um 150 Mio. Euro mehr als im Vorjahr.  Das Stimmungsbarometer ist gesunken und liegt unter dem hohen Niveau des Vorjahres, ist aber nach wie vor sehr positiv. „24 Prozent der Betriebe beurteilen die Geschäftslage als „gut“, 62 Prozent als saisonüblich und 14 Prozent der Betriebe als „schlecht“. Per Saldo überwiegen die Betriebe mit guter Geschäftslage um 10 Prozent-Punkte, d.h. die Betriebe beurteilen die Geschäftslage nach wie vor sehr positiv, auch wenn die guten Zahlen des Vorjahres nicht mehr erreicht werden“, so Christina Enichlmair von der KMU Forschung Austria.

In den investitionsgüternahen Branchen melden die Betriebe nach wie vor hohe Auslastung: Der durchschnittliche Auftragsbestand liegt in etwa auf dem hohen Niveau des Vorjahres, ist jedoch nur mehr geringfügig angestiegen (+0,1 Prozent).  Der Anteil der Betriebe, die 20 Wochen und mehr ausgelastet sind, ist von 7 Prozent auf 11 Prozent gestiegen.  Die derzeitige hohe Auslastung der Betriebe spiegelt sich auch dadurch wider, dass der Anteil der Betriebe, die sofort zusätzliche Aufträge ausführen können, weiter gesunken ist: Nur 38 Prozent können sofort zusätzliche Aufträge ausführen, im Vorjahr waren es noch 45 Prozent. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass 62 Prozent, also fast 2 Drittel der Betriebe im Gewerbe und Handwerk zusätzliche Aufträge erst in 3 Monaten oder später durchführen können.

Überdurchschnittliche Veränderungen des Auftragsbestands verzeichnen Hafner (+6,8 Prozent), Elektriker (+4,9 Prozent), Bauhilfsgewerbe (+4,8 Prozent), Baugewerbe (+3,1 Prozent), Tischler (+2,6 Prozent). Unterdurchschnittliche Veränderungen des Auftragsbestands gibt es bei den Metalltechnikern (-11,9 Prozent), Kunststoffverarbeitern (-6,0 Prozent, allerdings ausgehend von einem sehr hohen Auftragsbestand), Maler und Tapezierer (-4,2 Prozent). Insbesondere Kleinstbetriebe unter 10 Beschäftigte und EPU melden eine überdurchschnittliche Veränderung des Auftragsbestands. In den konsumnahen Branchen entwickelte sich das 4. Quartal 2019 etwas schlechter als im Vorjahr.

Gedämpfte Erwartungen an 2020

„Die Erwartungen für das 1. Quartal 2020 sind gedämpfter als im Vorjahr. 13 Prozent der Betriebe erwarten Steigerungen der Auftragseingänge bzw. Umsätze (Vorjahr: 15 Prozent), und 68 Prozent keine Veränderung (Vorjahr: 74 Prozent). Deutlich mehr Betriebe als im Vorjahr erwarten Rückgänge, und zwar 19 Prozent (Vorjahr: 11 Prozent). Per Saldo überwiegen damit die pessimistischen Einschätzungen um 6 %-Punkte (Vorjahr: +4 %-Punkte). In der Personalplanung spiegeln sich die gedämpften Erwartungen der Gewerbe- und Handwerksbetriebe nur bedingt wider, der Personalbedarf (-1,3 Prozent) liegt nur geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres (-1 Prozent). Ausgehend von den rd. 724.000 unselbstständigen Beschäftigten im Gewerbe und Handwerk (ohne geringfügig Beschäftigte) ist im 1. Quartal 2020 somit eine Verringerung des Personalstandes von rd. 9.400 Personen geplant. Im Vergleich dazu fiel die geplante saisonale Verringerung des Personalstandes im 1. Quartal 2019 mit rd. 7.000 Personen geringer aus.

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