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Nach der Bundeswettbewerbsbehörde gibt nun auch die KommAustria grünes Licht für die Übernahme von ATV und ATV2 durch ProSiebenSat.1Puls4.

KommAustria segnet ATV-Verkauf ab

31.03.2017

KommAustria hatte zu prüfen, ob die Übernahme von ATV und ATV2 durch ProSiebenSat.1Puls4 nicht eine gesetzlich unzulässige Medienkonzentration bedeuten würde: Mit dem Ergebnis, dass nun auch die Medienbehörde – nach der Bundeswettbewerbsbehörde – grünes Licht für den Verkauf gegeben hat.

Nach der Bundeswettbewerbsbehörde hat nun auch die KommAustria ihr Einverständnis für den Verkauf von ATV an ProSiebenSat.1Puls4 gegeben. Ein entsprechender Bescheid wurde am 30. März 2017 an ATV übermittelt, wie die Medienbehörde in einer Aussendung mitteilt. Sie ist es, die künftig die Einhaltung der wettbewerbsrechtlichen Auflagen für den Deal überwachen wird.

Zu prüfen hatte die Behörde einerseits, ob die Übernahme von ATV und ATV2 nicht eine gesetzlich unzulässige Medienkonzentration bedeuten würde. Konkret geht es darum, dass die neue TV-Gruppe in keinem Versorgungsgebiet in Österreich mehr als ein Drittel der terrestrischen – also mittels Antenne empfangbaren – TV-Programme stellt. Diese Vorgabe sei erfüllt, so die KommAustria.

Zum anderen hatte die Behörde zu entscheiden, ob der Käufer „die fachlichen, finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen für den Betrieb der Programme auch vor dem Hintergrund der umfangreichen Auflagen“ erfülle – diese wurden im Wettbewerbsverfahren festgelegt. Dazu hieß es in der Aussendung der KommAustria: „Hierzu legte ProSiebenSat.1Puls4 der KommAustria ein glaubhaftes Konzept vor.“

Die Einhaltung auch dieser Auflagen wird künftig von der Medienbehörde beaufsichtigt. In einem Statement der KommAustria heißt es: „Das Auflagenpaket sichert ATV einen Fortbestand als österreichischer Sender mit einer eigenen Programmfarbe, eigenen österreichischen Produktionen und mit einer unabhängigen Informationsredaktion zu, wenn auch unter synergetischer Nutzung von Ressourcen des neuen Eigentümers.“

Dies seien „zentrale Ergebnisse, um die Medien- und Meinungsvielfalt am Medienstandort Österreich unter den gegebenen Umständen bestmöglich zu erhalten.“

ProSiebenSat1Puls4-Chef Markus Breitenecker erklärte indes in der Tageszeitung „Der Standard“ vom 30. März 2017, er wolle beide Sender „fortführen und wieder starkmachen, in die schwarzen Zahlen bringen. Unser Ziel ist, möglichst schnell mit ATV Break-even zu machen, binnen zwei bis drei Jahren“.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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