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KMUs: Verbesserung Bonität und Ratings

24.01.2017

Aktuellen Analysen von rund 82.000 Jahresabschlüssen zufolge konnten die österreichischen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) der marktorientierten Wirtschaft ihre Bonität weitgehend stabil halten oder sogar verbessern.

Peter Voithofer, Direktor der KMU Forschung Austria: „Die Verschiebung in bessere Ratingklassen gemeinsam mit den sinkenden durchschnittlichen Ausfallswahrscheinlichkeiten sind deutliche Signale für eine positive Entwicklung der Bonität von KMU in Österreich.“

Nach dem Ratingmodell der KMU Forschung Austria und des KSV1870 konnten die österreichischen KMUs ihre Bonität eher stabil halten, wenn nicht sogar verbessern.

Insgesamt 13 % der Unternehmen sind einer der drei A-Klassen zuzuordnen, 27 % in BBB, 49 % in BB und 11 % in B. In Klasse C befinden sich keine Unternehmen. Die durchschnittliche Ausfallswahrscheinlichkeit ist im Vergleich zur Vorperiode gesunken. Das bedeutet somit eine Verbesserung der Bonität der KMUs.

Maßgeblich verantwortlich für das Rating eines Unternehmens sind unter anderem die Rentabilität, die Entwicklung der Verbindlichkeiten, die Geldflüsse und die Kapitalstruktur. Vereinfacht ausgedrückt: Je höher die Innenfinanzierungskraft und je höher die Eigenkapitalquote bzw. je niedriger die Fremdkapitalquote, umso besser ist die Bonität (und die Ratingklasse) eines Unternehmens.

Was die Entwicklung auf Basis einer Kohortenanalyse von 70.000 Unternehmen zwischen dem Jahr 2013/14 und 2014/15 betrifft: Zwei Drittel der Unternehmen befanden sich in der Vorperiode in derselben Ratingklasse wie 2014/15. Deren Bonität hat sich somit nicht verändert.

Bei einem Drittel der Unternehmen kam es zu Verschiebungen, wobei der Anteil mit einer Verbesserung im Rating um 3 % höher ist, als jener mit einer Verschlechterung. Meist kam es zu einer Verschiebung um eine Ratingklasse. 16 % der Unternehmen haben sich um eine Klasse verbessert (z.B. von A auf AA), 13 % der Unternehmen haben sich um eine Klasse verschlechtert. 2 % haben sich um zwei Klassen oder mehr verbessert, 2 % um zwei Klassen oder mehr verschlechtert.

Dazu Peter Voithofer, Direktor der KMU Forschung Austria: „Die Verschiebung in bessere Ratingklassen gemeinsam mit den sinkenden durchschnittlichen Ausfallswahrscheinlichkeiten sind deutliche Signale für eine positive Entwicklung der Bonität von KMU in Österreich.“

Genau zu beobachten gilt es jedoch jene Unternehmen, die ihr Rating zwar halten konnten, sich aber in einer der hinteren Klassen (BB und B) befinden: „Hier ist sicherlich auch Vorsicht geboten, da sich diese Unternehmen in Ratingklassen befinden, wo schon geringfügige Verschlechterungen im Unternehmensumfeld zu Krisen führen können“, so Voithofer.

Insgesamt sei aber „eine positive Entwicklung feststellbar. Nichtsdestotrotz unterstreicht die Veränderung der Ratingklasse bei einem Drittel der Unternehmen die Notwendigkeit eines laufenden Monitorings, da Veränderungen der Wettbewerbsfähigkeit und -position vielfach erst etwas später deutlich werden.“

Das Ratingmodell der KMU Forschung Austria ist ein Modell zur Bonitätsbeurteilung von bilanzierenden Unternehmen. Es basiert auf einer Kooperation zwischen dem KSV1870 und der KMU Forschung Austria

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten finden sich unter www.branchenrating.at sowie unter www.ksv.at/bilanzbranchenrating.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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