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Kika/Leiner: Vier Standorte werden geschlossen, rund 1.000 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs

Kika und Leiner: Signa setzt den Rotstift an

16.08.2018

Das Aufatmen bei den Mitarbeitern der Möbelketten Kika und Leiner nach der Übernahme durch Rene Benko mit seiner Signa-Gruppe währte nur kurz: Nun wurden massive Sparpläne bekannt, dem Vernehmen nach sollen nun im Zuge der Sanierung über 1.000 Mitarbeiter ihren Job verlieren. Das Unternehmen teilte mit, vier Filialen zu schließen, machte aber keine näheren Angaben zum Stellenabbau.

Wie "Die Presse" und die "Kronen Zeitung" am Donnerstagabend berichteten, werden morgen, Freitag, über 1.000 Mitarbeiter beim Arbeitsmarktservice zur Kündigung angemeldet - der Stellenabbau trifft also gut ein Fünftel der hierzulande Beschäftigten. Laut den Zeitungen sollen neben den knapp 300 Stellen in den abzubauenden Filialen, allein in der Zentrale 100 Arbeitsplätze wegfallen. Kaum betroffen seien Angestellte in den verbleibenden Standorten.

"Die Strategie des Vorbesitzers, Kika/Leiner als Teil eines globalen Möbelkonzerns zu positionieren, hat das Unternehmen an den Rand der Insolvenz geführt", begründete Signa die "zwingend notwendigen" Maßnahmen. Signa hatte die beiden österreichischen Möbelhändler samt den Auslandablegern um rund 600 Mio. Euro von der gebeutelten südafrikanischen Mutter, der Steinhoff-Gruppe, gekauft und kündigte Ende Juni "tief gehende und umfangreiche Änderungen" an.

"Für die Beschäftigten der von Kika/Leiner ist die heutige Ankündigung eines Personalabbaus in dieser Größenordnung ein harter Schlag. Wir fordern die Geschäftsführung auf, umgehend in Verhandlungen über einen Sozialplan für die betroffenen Beschäftigten einzutreten", so Karl Dürtscher, Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) am Abend.

Die ÖVP-Landesräte Petra Bohuslav und Martin Eichtinger sprachen von einem "herben Schlag für den Wirtschaftsstandort Niederösterreich" - dort könnten bis zu 500 Arbeitsplätze verloren gehen. Von Signa heißt es in der Aussendung, dass für die betroffenen Mitarbeiter ein Sozialplan entwickelt werde.

Mit dem Konzernumbau werden laut der Mitteilung auch vier verlustbringende Filialen geschlossen: "Die Leiner-Standorte in Innsbruck und in Wiener Neustadt sowie die Kika-Filialen in Vösendorf und in Spittal/Drau" sperren per Jahresende zu, auch zwei kleinere Logistikzentren in Innsbruck und Wiener Neustadt müssen dichtmachen. Wie die Zeitungen berichteten, wurde auch Kika/Leiner-Chef Gunnar George, dessen Vertrag bis Jahresende läuft, mit sofortiger Wirkung beurlaubt.

"Wir sind absolut überzeugt, dass Kika/Leiner mit einem starken Kerngeschäft wieder erfolgreich sein wird", so Wolfram Keil, Geschäftsführer der Signa-Retail GmbH in der Aussendung.

Für die Signa Retail Group bedeutete die Übernahme von Kika/Leiner den Einstieg in den stationären Einzelhandel in Österreich. Zu Signa Retail gehört unter anderem das Berliner Nobelkaufhaus KADEWE, die deutschen Karstadt-Kaufhäuser, die Benko mit einem straffen Sanierungsprogramm wieder in die schwarzen Zahlen brachte, und rund 100 Webshops in 20 Ländern. Die Signa-Retail-Gruppe beschäftigt nach eigenen Angaben aktuell rund 20.000 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von über 4 Mrd. Euro.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
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