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Keine Ordertage 2015: „Wir sind mit dieser Lösung nicht zufrieden!“

15.01.2015

Heuer finden die Frühjahrs-Ordertage nicht statt. Das wurde beim Branchensprecher-Meeting einstimmig beschlossen. Schließlich wären die Ordertage ohne WW nur eine halbe Branchen-Messe gewesen. Doch auch die Futura wird 2015 nicht der gewünschte und gesuchte vollständige Branchen-Event für den Elektrofachhandel werden. Es gibt Kritik.

„Die Weißware hat ihre Teilnahme an den Frühjahrs-Ordertagen abgesagt. Wir haben darüber diskutiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass eine halbe Messe keinen Sinn macht. Darum haben wir gemeinsam den Beschluss gefasst, die Frühjahrs-Ordertage abzusagen“, fasst Christian Blumberger, Sprecher des Forum Consumer Electronics, gegenüber Elektrojournal zusammen, was gestern, Mittwoch, beim Branchensprecher-Meeting einstimmig beschlossen wurde.    

Die Frühjahrs-Ordertage sind im Ursprung eine Veranstaltung der drei Kooperationen. 2010 gingen sie erstmals in der Salzburger Brandboxx über die Bühne. Zwei Jahre später wechselte man aufs Salzburger Messegelände, Reed wurde der Veranstalter. Reed-Pressesprecher Paul Hammerl bezeichnet die Absage gegenüber Elektrojournal Online als "ewig schade".  

„Wir haben der Industrie alle Wünsche erfüllt. Das ist jetzt die Belohnung“, meint Red Zac-Vorstand Peter Osel. Auf der anderen Seite hätte man aufgrund der Entscheidung der WW-Hersteller, heuer nicht an den Ordertagen teilzunehmen, eben nur diese halbe Messe gehabt, „die wir dann auch nur mit halben Budgets unterstützen hätten können.“ Der Erfolg der Messe sei somit fraglich gewesen. „Eine ganze Messe ist besser als zwei halbe“, ist für Osel klar. Das Problem: Die Futura im Herbst wird diese "ganze Messe" nicht werden, wie er fürchtet. Denn für viele Braunwaren-Hersteller ist wiederum der Herbst kein sonderlich sympathischer Termin für eine Fachhandelsmesse. 

„Wir sind mit der Lösung in dieser Form nicht vollends zufrieden. Es gab zwei vollwertige Messen, jetzt ist es eine halbe", weist auch Expert-Geschäftsführer Alfred Kapfer auf das Dilemma hin. "Wir wünschen uns eine gemeinsame Veranstaltung für den Elektrofachhandel, an der sich alle wichtigen Industriepartner aus den unterschiedlichen Warengruppen beteiligen." Fürs Frühjahr will Expert nun passende Aktivitäten entwickeln, und den Mitgliedern "bestmögliche Lösungen bieten."

Futura-Taskforce

Eine Messe für den Elektrofachhandel im Jahr hält auch Alfred Janovsky, Sprecher Forum Hausgeräte, für eine gute Sache. „Wir werden an der Futura festhalten, die möglichst attraktiv für die Händlerlandschaft sein soll.“  Es werde für die Branchen-Messe sogar eine Art "Taskforce" geben, erklärt Hammerl. Ob die UE-Hersteller allerdings jetzt noch verstärkt ins Futura-Boot steigen, ist mehr als ungewiss. Viele haben ja bereits abgesagt. „Die Futura wird stattfinden. Wie viele UE-Unternehmen teilnehmen werden, wird man sehen“, bringt's Manfred Müllner, FEEI Geschäftsführer Stellvertreter, auf den Punkt.

Eingeplant hatte die Unterhaltungselektronik ihre Auftritte auf den Ordertagen. Die UE-Branche sei über deren Absage folglich auch nicht sonderlich erfreut, drückt's Blumberger aus. Derzeit sei man jedenfalls am Nachdenken, in welcher Form die neuen Line-ups im Frühjahr dem Handel präsentiert werden können.

Die Suche nach dem Zeitpunkt und einer gemeinsamen Veranstaltung

Es sieht also nicht danach aus, dass es heuer die gewünschte vollständige Messe geben wird. Die daraus resultierende Frage, wie es 2016 mit den Fachhandelsmessen weitergeht, ist zur Stunde noch offen. „Ob und welche Änderungen es geben wird, lässt sich für 2016 noch nicht sagen. Man wird sich aber dieses Jahr inhaltlich mit diesem Thema intensiv auseinandersetzen. Das wurde von allen Seiten zugesagt“, so Müllner.

Die Beteiligten werden sich auf die Suche nach dem richtigen Zeitpunkt für eine gemeinsame Elektrofachhandelsmesse begeben müssen. Heuer konnte man sich nicht einigen. Laut der Umfrage des Bundesgremiums des Elektrohandels bevorzugen die meisten Händler einen Herbsttermin, sagt Osel dazu. Im Herbst gibt’s allerdings die IFA, die Aussteller abzieht. „Im Frühjahr wiederum scheint es die Konkurrenz durch andere Messen – etwa im Küchenbereich – zu geben. Manchmal kommt es mir so vor, als stünde der Elektrofachhandel für die Industrie nicht mehr so im Fokus.“ 

Autor/in:
Alexander Zechmeister
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