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Keine Insel der Seligen, aber: In internationaler Pleite-Statistik steht Österreich gut da

28.05.2008

Hier zu Lande sind die Unternehmens-Insolvenzen 2007 deutlich zurückgegangen, andere westeuropäische Länder bieten da ein traurigeres Bild. Auch die Subprime-Krise in den USA wirkte weniger destabilisierend als anderswo.

"Österreich ist zwar keine Insel der Seligen, aber dennoch doppelt verschont geblieben", erläutert KSV-Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner. Zum Beispiel von den US-amerikanischen Turbulenzen und der dadurch ausgelösten Verunsicherung auch der europäischen Märkte. "Einerseits sind die großen heimischen Institute auf den Interbank-Markt weniger angewiesen, andererseits haben sie ihr Augenmerk stärker auf die Wachstumsmärkte im Osten gelenkt." In wichtigen Exportmärkten der heimischen Wirtschaft wie Deutschland sieht dies allerdings anders aus.

Deutlich getoppt wurde der österreichische Rückgang der Firmenpleiten (von 6,4 Prozent) von Italien: Freilich gibt der Wert von minus 48 Prozent ein Rätsel auf, das sich erst löst, wenn man weiß, dass im Juli 2006 ein neues Insolvenzrecht in Kraft getreten ist. Kantner: "Mit einem baldigen Anstieg der Insolvenzen in Italien ist zu rechnen." Den höchsten Zuwachs verzeichnete Portugal mit 63 Prozent mehr Insolvenzen. Generell ist dort das Wirtschaftswachstum schwach, das Land ist auf Transfers aus Europa angewiesen.

In Österreich dagegen ist auch die Zahlungsmoral in jüngster Zeit gestiegen. "Es wäre in diesem Zusammenhang kontraproduktiv, wenn die Regierung gesetzliche Beschränkungen der ersatzfähigen Verzugsschäden plant", so der Insolvenz-Experte. "Damit würde nur die Zahlungsmoral der Konsumenten und Unternehmen untergraben und letztlich die Liquidität der Wirtschaft belastet."

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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