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Kein Vertrauen in Metro: Media Markt-Gründer zieht wieder vor Gericht

15.11.2012

Media Markt-Gründer Erich Kellerhals holt im deutschen Manager Magazin aus. Er spricht Metro-Chef Olaf Koch die Handels-Kompetenz ab, möchte juristisch gegen den Beirat vorgehen und äußert Bedenken, ob Metro die Media Markt-Expansion in China weiter mitträgt. Außerdem hält er es für problematisch, die Liquiditätsüberschüsse von Media-Saturn im Schoße von Mutter Metro anzulegen.  

"Herr Koch ist mehr Finanzfachmann als Händler." Einmal mehr spricht Erich Kellerhals Metro-Chef Olaf Koch die Kompetenzen ab. Koch wolle eher sparen, als die Vorwärtsstrategie von Media-Saturn mitverfolgen. Als Beispiel nennt Kellerhals ein Online-Handelsunternehmen. Er selbst beantragte dieses für 30 Millionen Euro zu übernehmen, Metro lehnte aber ab. Skeptisch ist der MSH-Minderheiteneigentümer auch, was die China-Expansion von Media Markt angeht. Kellerhals ist sich nicht sicher, ob Metro das Engagement weiter mittragen wird. Die Entscheidung soll in den nächsten Monaten fallen.

Keine Überschuss-Anlage mehr bei Metro?

Der Media Markt-Gründer äußert Bedenken, die Liquiditätsüberschüsse von Media-Saturn wie bislang bei der Metro AG anzulegen. Zum Teil geht’s da um Milliardenbeträge. Dem Manager Magazin sagt Kellerhals: „Jede Geschäftsführung muss prüfen, ob das Geld der Firma ausreichend sicher angelegt ist und ob die Konditionen das Risiko widerspiegeln." Das Bonitätsrating der Metro AG habe "sich leider deutlich verschlechtert". Kellerhals wünscht sich daher eine „bankmäßigen Besicherung“. Auch die Metro-Aktionäre zeigten sich zuletzt fuchsteufelswild.


Juristisch gegen Beirat vorgehen

Im Streit um die Vetorechte von Kellerhals gibt’s ebenfalls Neuheiten. Kellerhals legte Rechtsmittel gegen eine Schiedsgerichtentscheidung und gegen ein Urteil des Oberlandesgerichts München ein. Wie berichtet, sprach das Gericht Media-Saturn Mutter Metro den umstrittenen Beirat zu, der mit einfacher Mehrheit entscheiden kann. Kellerhals behält allerdings in der Gesellschaftsversammlung sein Vetorrecht.

 

Der Machtgewinn für Metro durch den Beirat sei zwar sehr begrenzt, beinahe nicht existent, da das neue Gremium kaum Kompetenzen habe, trotzdem möchte Kellerhals gegen den Beirat juristisch vorgehen. „Um der Geschäftsführung von Media-Saturn Rechtssicherheit zu geben“, wie er sagt. Mit seinem Vetorecht kann er weiterhin Entscheidungen blockieren.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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