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„Kein Bedarf an neuen Verkaufsflächen.“ Stabiles Weihnachtsgeschäft für den E-Handel

17.12.2014

Obwohl der Online-Anteil im Elektrohandel deutlich höher ausfällt als in anderen Handels-Branchen, wird das Rennen ums Weihnachtsgeschäft stationär entschieden. Derzeit liegt der Technikhandel auf Vorjahresniveau. Weiter zurückgehen werden 2015 wohl die Verkaufsflächen.  

„Nach verhaltenem Start hat der Handel mit Elektrogeräten deutlich aufgeholt“, sagt Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria auf der heutigen Pressekonferenz der Bundessparte Handel. Vor allem der zweite Einkaufssamstag sei für den E-Handel sehr stark gewesen. Unterm vorläufigen Strich liegt das Weihnachtsgeschäft des Einzelhandels für Elektrogeräte, Computer und Foto auf dem Vorjahresniveau liegt. Wobei man beim Elektrohandel auch die 2014 gesunkenen Preise berücksichtigen müsse, so Gittenberger.

Der Online-Anteil macht im Elektrohandel etwa 13 Prozent des Weihnachtsumsatzes aus, führt der Handelsforscher gegenüber Elektrojournal aus. Berücksichtigt sind hier allerdings nur heimische Internethändler. Jeder zweite im Web umgesetzte Euro fließt aj bekanntlich ins Ausland. Ein Online-Anteil von 13 Prozent liegt deutlich über dem Durchschnitt im rot-weiß-roten Einzelhandel, der segmentübergreifend etwa fünf Prozent des Weihnachtsumsatzes im Internet macht. Das Rennen, ob das Weihnachtsgeschäft 2014 für den Elektrohandel erfolgreich wird, wird aber dennoch stationär entschieden, betont Gittenberger. „Der Internet spielt nicht die große Rolle.“

Entscheidende Phase kommt erst

Die entscheidende Phase, wie dieses Rennen ausgeht, kommt erst. „Im stationären Einzelhandel entfallen auf die Zeit nach dem dritten Einkaufssamstag bis zum Heiligen Abend noch ganze 40 Prozent der Umsätze, auf die Zeit zwischen Stephanitag und Silvester weitere 15 Prozent“, so Gittenberger. Insgesamt liegt der heimische Einzelhandel derzeit um 1,5 Prozent unter dem Vorjahresweihnachtsgeschäft, das am Ende 1,61 Milliarden Euro ausmachte. Wobei der österreichische Online-Handel um neun Prozent zulegen konnte, der Stationär-Handel um zwei Prozent verlor.

Für die stellvertretende Obfrau der Sparte Handel, Jutta Pemsel, ist das ein "sehr respektables Ergebnis", bedenkt man die korrigierten Konjunkturprognosen. Auch die Debatten rund um eine Steuerreform würden sich negativ auf den Umsatz auswirken. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Geschenk-Gutscheine erst nachdem sie eingelöst wurden, in den kommunizierten Zahlen eingerechnet werden. Jeder vierte Einzelhändler glaubt jedenfalls an Weihnachtsumsätzen über dem Vorjahrsniveau, etwas mehr als ein Drittel denkt, dass die Umsätze ruckläufig sein werden.

„Das Verkaufsflächenwachstum der letzten Jahre war sicher kein gesundes“

Etwa 95 Prozent des Weihnachtsumsatzes in Österreich wird also stationär erwirtschaftet. Dass nach dem erstmaligen Verkaufsflächenrückgang von etwa einem Prozent im ersten Halbjahr 2014 das Pendel wieder auf Wachstum umschlagen wird, davon ist dennoch nicht auszugehen. „Ich glaube, dass kein weitere Bedarf vorhanden ist, neue Flächen zu machen“, sagt Jutta Pemsel, stellvertretende Obfrau der Sparte Handel. „Das Verkaufsflächenwachstum der letzten Jahre war sicher kein gesundes“, meint auch René Tritscher, Spartengeschäftsführer Handel.  

Autor/in:
Alexander Zechmeister
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