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Kampf dem mobilen Preisterror: Illegale Störsender in großen Elektromärkten?

22.08.2013

Der Aufruhr ist perfekt. Wie der deutsche TV-Privatsender RTL enthüllt haben will, soll eine „große Elektromarkt-Kette“ seine Kunden am direkten Preisvergleich via Internet hindern, indem man in den Märkten Handy-Störsender installiert. Das ist insofern beachtlich, als dass der Betrieb dieser Geräte eigentlich illegal ist – es sei denn, man ist eine staatliche Instanz zur Verbrechens- und Terrorbekämpfung. Und es geht sogar noch besser: selbst die jeweiligen Marktleiter sollen nichts von den Störsendern wissen, mit denen in ihren Hallen gegen der „Preisterror“ gekämpft wird.  

Konkreter Auslöser der Aufregung war die RTL-Sendung "Nicht mit uns! Die große Schnäppchen-Lüge", in der der Privatsender mit zahlreichen „Händler-Tricks“ aufräumen wollte. Unter anderem ging man dabei auch dem Smartphone-Mythos auf den Grund, nach dem große Elektro-Diskonter bewusst den Mobilfunkempfang stören, um Smartphone- und Tablet-Apps für Preisvergleiche lahmzulegen.

 

Dazu berichtete in der Sendung ein Verkaufsleiter, dass die Geschäftsführung in den Märkten illegale Handy-Störsender einbauen lasse, um die Internetverbindung der Kunden zu kappen. Und das soll, so der anonyme Informant weiter, sogar ohne Wissen des jeweiligen Marktleiters geschehen. Die Entscheidung über die Störsender treffe laut dem Informanten die Geschäftsleitung der Elektronikmarktkette. Konkrete Beweise blieb die Sendung freilich ebenso schuldig, wie genauere Hinweise darauf, um welche Kette es sich handelt. Nur so viel: die betroffenen Märkte würden mit „Schnäppchenpreisen“ locken und die Aussage des Informanten sei eidesstattlich versichert, sagt RTL.

 

Im Interview gibt der Mann außerdem an, dass in jeder der Filialen seines Arbeitgebers bis zu fünf Störsender angebracht seien. Installiert würden diese – unter einem falschen Vorwand - von speziellen Handwerkertrupps - da kann sich selbst die NSA noch ein Beispiel dran nehmen.  

 

Jetzt wird heftig spekuliert, um welche Elektro-Kette es sich wohl handelt. Entsprechende Anfragen auf der Facebook-Seite von Media Markt, werden seitens des Unternehmens dementiert. Man setze keine Störsender ein. Der teilweise sehr schlechte Empfang in den Märkten würde sich allein durch die baulichen Gegebenheiten ergeben. Viele der Geschäftsräume sind nämlich in fensterlosen Hallen mit Metallfassade untergebracht oder in großen Kaufhäusern teils sogar unterirdisch. Solche Gegebenheiten führen somit zu einer Verschlechterung von Mobilfunk-Verbindungen oder verhindern diese sogar ganz.

 

Stimmen die Informationen, könnte die Sache für das Unternehmen rechtlich verdammt eng werden. Das Anbringen beziehungsweise Verwenden, Verkaufen und Importieren solcher Störsender ist für Privatpersonen bzw. Unternehmen EU-weit verboten. Nur staatliche Instanzen dürfen diese etwa für die Terror- und Verbrechensbekämpfung nutzen. Im Missbrauchsfall drohen erhebliche Strafen, da solche Sender auch das Absetzen von Notrufen verhindern.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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