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Jeder Schuss kein Treffer: Student droht Media Markt nach Torwand-Fiasko mit Klage

26.06.2013

Die „verrückte Torwand“ lockte. Wer traf, bekam in Deutschland seinen Media Markt-Einkauf gratis. Ein deutscher Student wollte groß absahnen. Er kaufte Waren im Wert von 9.000 Euro und traf kein einziges Mal ins Schwarze. Dann wollte er die Waren eben zurückgeben. Doch auch dieser Schuss ging nach hinten los. So einfach abzocken wollte sich Media Markt Deutschland nicht lassen und verweigerte in diesem Fall die freiwillige Rücknahme. Ein Foul? Der Student fühlt sich jedenfalls betrogen und droht mit Klage.  

Nein, für Media Markt Deutschland verlief die PR-Aktion „Die verrückteste Torwand“ der Welt nicht immer erfolgreich. Sie roch da und dort nach Eigentor. Nicht nur wegen dem Hobbyfußballer, der zu oft ins Schwarze traf und den Media Markt in Aachen gehörig in PR-Nöte brachte. Auch einige Profi-Fußballer nutzten ihre Schusssicherheit. So war es für den künftigen Torhüter des Bundesligisten VfB Stuttgart wohl ein eher Leichtes, sich einen Kühlschrank und einen Wäschetrockner zu „erschießen“. Ebenso ließen Spieler von Union Berlin oder Dynamo Dresden den Ball im Netz zappeln. Vermutlich noch einige mehr.

Diese Schusssicherheit fehlte Lubomir Guechev. Der 24-Jährige Student fuhr  zum Kölner Media Markt, zum sechsten Mal innerhalb von zwei Wochen. Im Rucksack 14 Smartphones im Wert von fast 9.000 Euro. Er wollte sie bei der Information umtauschen. Die Dame an der Information lachte und rief ihren Chef. "Der schon wieder!", sagte eine Kassiererin und fasste sich an den Kopf, wie Die Welt berichtet. Einer der Bereichsleiter meinte zu Guechev, er könne die Ware nicht umtauschen. Das habe man ihm schon öfters erklärt.

Jeder Schuss kein Treffer

Lubomir Guechev kann diese 14 Smartphones natürlich nicht gebrauchen. Das Geld borgte er sich bei Familie und Freunden. Zurückzahlen kann er es nicht. Wie kam er in die Situation? Er wollte an der „verrückten Torwand“ Geschenke für diverse Anlässe absahnen. Also kaufte er im Markt mehrere Geschenkkarten, ließ sich für jeden Kauf eine eigene Quittung ausstellen und marschierte zur Torwand. 15 Schüsse, kein Treffer. Nix gab’s gratis.

„Kann doch nicht sein“, dachte Guechev. Mit den Geschenkkarten und zusätzlichem Bargeld kaufte er 15 Smartphones (eines der Geräte tauschte er später in einem anderen Markt um) und ließ sich 15 Rechnungen aushändigen, schreibt Die Welt. Er blätterte 8835 Euro hin, legte sich die Bälle zurecht und schoss – daneben.

Kein Umtausch

Am nächsten Tag wollte er die Ware umtauschen. Die Aktion war bereits beendet. "Das freiwillige Rückgaberecht 'Umtausch ohne Wenn und Aber' ist innerhalb des Aktionszeitraums nur gegen Erstattung in Form einer Geschenkkarte möglich", heißt es im Kleingedruckten zu der Torwand-Aktion. Zumindest gegen Geschenkkarten wollte er die Smartphones umtauschen. Media Markt verweigerte die Kulanz. Das Rückgaberecht ist schließlich freiwillig. Und Guechev sei gar nicht an der Ware interessiert gewesen. Er spekulierte rein auf einen Gewinn. Aus Sicht des Händlers ist die Rückgabe-Verweigerung durchaus verständlich. Guechevs Plan riecht nach einem Nepp, der nicht klappte.

Streit und Klage

Aus Sicht von Kunden Guechev stellt sich die Situation anders dar. Ein Media Markts-Slogan lautet „Umtausch ohne Wenn und Aber“. Dieser sei ein Werbeversprechen. Der Student droht nun mit einer Klage. Der sieht man bei Media Markt jedoch gelassen entgegen. "Wir haben es unseren Märkten freigestellt, in Einzelfällen einen Umtausch generell abzulehnen, insbesondere dann, wenn die Annahme bestand, dass Kunden die Aktion ausnutzen wollten und nur mit dem Vorsatz gekauft haben, bei Nichtgewinnen fehlerfreie Produkte zurückzugeben", sagt eine Sprecherin zu Die Welt.

Laut Guechev habe ein Verkäufer zugesichert, die Ware bei Fehlschüssen umtauschen zu können. Die Media Markt-Sprecherin bestreitet das. Genau das Gegenteil sei der Fall gewesen: "Die Mitarbeiter des Media Markts haben ihn darauf hingewiesen, dass sie in diesem Falle einen Umtausch auf Kulanz ausschließen. Vor diesem Hintergrund sehen wir keine Möglichkeit, Herrn Guechev weiter entgegenzukommen.“

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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