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James Dyson Award: REY, der Sprachassistent für sehbehinderte Menschen

18.09.2018

REY soll Menschen mit Sehbehinderungen helfen, ihren Alltag selbständig zu meistern. Die Grazer Studentin Clara Fessler hat diesen innovativen Sprachassistenten entwickelt und erhält nun dafür den nationalen James Dyson Award.  

REY soll sehbehinderten Menschen ein selbstständiges Leben erleichtern.

REY ist ein tragbares, durch Sprache gesteuertes Gerät, welches den Nutzer in verschiedensten Aufgaben unterstützt. Es wird wie ein Headset am Kopf getragen und kann somit freihändig bedient werden. Personen mit Sehbehinderung ermöglicht REY durch taktile Navigation, Beschreibung und Lokalisierung von Objekten ein selbständigeres Leben.

REY wurde im Rahmen einer Masterarbeit von Clara Fessler, Studentin des Masterstudiengangs Industrial Design an der FH Joanneum in Graz, entwickelt. Inspiriert wurde Fessler durch ihren familiären Background: „Durch meinen Vater, der im Odilien-Institut Graz, einer Schule für Menschen mit Sehbehinderung, als Lehrer tätig ist, wusste ich über viele alltägliche Probleme und Vorurteile, mit denen sich Menschen mit Sehbehinderung täglich herumschlagen müssen, Bescheid. Ich war mir daher bald sicher, dass ich diese Zielgruppe besser kennenlernen möchte um gemeinsam eine Design-Lösung zu erarbeiten“, sagt Fessler.

Wie funktioniert REY?

Das Gerät besteht aus mehreren Komponenten. Herzstück ist ein Tiefensensor und eine Front-Kamera, die visuelle Eindrücke aus Sicht des Benutzers erfasst, sodass diese in hörbare Eindrücke übersetzt werden können. Menschen mit visuellen Einschränkungen werden somit durch REY befähigt, Texte zu lesen und Farben, Personen, Gesichtsausdrücke sowie Hindernisse wahrzunehmen. Sie können in der Unterhaltung mit REY spezifische Dinge erfragen und bekommen durch die Beschreibungen ein besseres Verständnis ihrer Umgebung. Die zwei integrierten Knochenleitungs-Lautsprecher lassen den Benutzer REYs Stimme hören, ohne dass dabei Umgebungsgeräusche, die für Personen mit Sehbehinderung äußerst wichtig sind, überdeckt werden. Die Lautsprecher können zudem 3D-Sound, also räumlich lokalisierbare Töne, ausgeben, die in Verbindung mit zwei Vibrationsmotoren Navigationsanweisungen viel intuitiver und genauer verständlich machen. Objekte die für Menschen mit Seheinschränkungen schwer wahrnehmbar sind, wie beispielsweise Hindernisse über Hüfthöhe, können somit auditiv erfahrbar gemacht werden. Das Lokalisieren verschiedenster Objekte, sei es eine freie Parkbank oder ein Produkt im Supermarktregal, hat das Potenzial eine Vielzahl von Aufgaben des täglichen Lebens einfacher zu gestalten.

JDA-Jurymitglied Eberhard Schrempf, Geschäftsführer der Creative Industries Styria, meint zum Siegerprojekt: „Die Probleme, mit denen Menschen mit Sehbehinderung konfrontiert sind, variieren stark abhängig von Augenerkrankungen, persönlichen Einstellungen und Lebenssituationen. REY ist ein tragbarer Sprachassistent, welcher den Nutzer in verschiedensten Aufgaben unterstützt und somit sehr individuelle Probleme lösen kann. Wir sind überzeugt, mit REY einen würdigen Gewinner des James Dyson Awards 2018 gefunden zu haben und wünschen Clara Fessler für die Zukunft viel Erfolg mit ihrem Projekt.“

Neben „REY“ zeichnete die Experten-Jury noch zwei weitere Einreichungen aus:

FLAMINGO – Volle Mobilität trotz Beinverletzung: Flamingo ist eine neue Art von Gehhilfe für die Genesungszeit nach einer Fuß- oder Knöchelverletzung. Das Innovative ist, dass beide Hände während des frei sind. Im Vergleich zu Krücken erhöht Flamingo die Beweglichkeit und ermöglicht zudem eine ergonomischere Haltung während des Gebrauchs.

CIRCULARIS – smartes Recycling System für Küchen: Circularis ist ein smartes und nachhaltiges Produkt-Service-System, welches das Recycling von Küchenabfällen einerseits für den Nutzer sehr einfach macht, andererseits für die Entsorgungsfirmen sehr wirtschaftlich.

Autor/in:
Alexander Zechmeister
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