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Jahr der Großpleiten: Insolvenzschulden heuer fast doppelt so hoch wie 2012

22.12.2013

Der Kreditschutzverband 1870 (KSV) schätzt die gesamten Insolvenzverbindlichkeiten heuer mit 6,2 Mrd. Euro um 93,8 Prozent höher ein als im Jahr 2012. Durch Großinsolvenzen wie jenen der Alpine oder des Einzelhändlers dayli ist auch die Zahl der betroffenen Dienstnehmer um 37,3 Prozent auf 32.000 geklettert. Der Elektro/Elektronikbereich trug hier mit insgesamt 65 Insolvenzen mit Gesamtverbindlichkeiten von hochgerechnet 58,9 Mio. Euro bei.

Eröffnet wurden laut KSV 1870 3.245 Insolvenzen nach 3.505 im Jahr davor, mangels Masse wurden 2.196 abgewiesen (2012: 2.536). Die Gesamtzahl der Pleiten beläuft sich damit heuer auf 5.441 nach 6.041 im vergangenen Jahr. Nach Branchen gerechnet gab es österreichweit heuer am meisten Gesamtinsolvenzfälle bei unternehmensbezogenen Dienstleistungen (933), der Bauwirtschaft (926) und im Gastgewerbe (831). Die Passiva waren - auch wieder der Pleite des Baukonzerns Alpine geschuldet - im Bausektor am höchsten, und zwar mit 3,934 Mrd. Euro.

 

Bei den Privatkonkursen zählt der KSV 1870 heuer 9.090 eröffnete Schuldenregulierungsverfahren (-4,5 Prozent zum Vorjahr) mit Passiva in Höhe von 1,14 Mrd. Euro (-7,1 Prozent).

 

Ohne Mega-Pleite des Baukonzerns Alpine lägen die Verbindlichkeiten mit 10 Prozent weniger Insolvenzen um 16 Prozent unter jenen des Vorjahres - mit den 3,5 Mrd. Euro aus dem Alpine-Aus allerdings haben sich die Verbindlichkeiten heuer gegenüber 2012 auf 6,2 Mrd. Euro fast verdoppelt. Die Alpine-Pleite hat übrigens die höchsten Verbindlichkeiten gebracht, die es in der Zweiten Republik jemals aus einer Unternehmenspleite gab. Allerdings waren die gesamten Verbindlichkeiten aus Insolvenzen im Jahr 1995 wegen der Konsum-Pleite (22 Mrd. Schilling) mit insgesamt 6,5 Mrd. Euro etwas höher als heuer, rechneten die KSV-Experten Hans-Georg Kantner und Johannes Nejedlik vor. "Daher ist 2013 in diesem Kontext kein All-Time-High", sagte Kantner.

 

"Grundsätzlich ist es heuer aber ein bundesweiter Trend von weniger Insolvenzen", sagte Kantner. "Dieser Trend kann aber nicht ewig anhalten. Für 2014 erwarten wir wieder um drei bis fünf Prozent mehr Insolvenzen, wenn Prognosen hier auch schwierig sind."

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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