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Internet-Geschäft „rettet“ die bisherige Weihnachtsbilanz im Handel: Elektrohandel leicht rückläufig

17.12.2013

"Der Internet-Handel hat die gesamte Weihnachtsbilanz schon deutlich verbessert", räumte Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria bei der Zwischenbilanz zum Weihnachtsgeschäft ein. Während die Umsätze im Internet-Einzelhandel um 14 Prozent zulegten, stagnierten sie im stationären Handel. Die Einzelhändler selbst zeigen sich leicht optimistisch.

Bereinigt um die Inflation (real) war das bisherige Weihnachtsgeschäft im stationären Handel sogar ein Prozent im Minus. Handelsobfrau Bettina Lorentschitsch hat dennoch keine Befürchtungen, dass das Geschäft Richtung Netz abwandert: "Die Menschen wollen die Stimmung in und außerhalb der Geschäfte erleben", ist sie überzeugt. Außerdem mache das Internet-Geschäft trotz steigender Tendenz bisher nur fünf Prozent des gesamten Weihnachtsgeschäfts aus. Einschränkung: Das betrifft nur das Geschäft im österreichischen Internet-Handel.

 

Branchenleader Amazon wird in dieser Rechnung nicht mitberücksichtigt, weil der Versandriese kein österreichisches Unternehmen ist. Das Weihnachtsgeschäft im heimischen Internet-Einzelhandel machte im November laut KMU-Hochrechnung 80 Millionen Euro aus, nach 70 Millionen Euro im Jahr 2012. Noch einmal so viel flossen allerdings auch an ausländische Internetanbieter.

 

Üblicherweise wird als Weihnachtsgeschäft der Brutto-Mehrumsatz im Dezember verstanden. Im Internethandel hat die KMU Forschung Austria allerdings den November herangezogen, weil in diesem Monat der Umsatz höher war als im Dezember.

 

„Bedeutung des Weihnachtsgeschäfts nimmt ab“

 

"Die Bedeutung des Weihnachtsgeschäfts nimmt ab, wenn auch nicht stark", meinte Gittenberger. 2012 lag der Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz bei 2,4 Prozent, 2002 waren es 3 Prozent. In den 1950er-Jahren trug das Weihnachtsgeschäft noch rund 10 Prozent zum Gesamtgeschäft bei.

 

Für den stationären Handel wird heuer ein Mehrumsatz von 1,52 Milliarden Euro (brutto) erwartet. Das ist gleich viel wie 2012. Den bisherigen Rekord der Jahre 2011 und 2010 mit je 1,57 Milliarden Euro können die Händler heuer nicht knacken, obwohl noch mehr als die Hälfte der Weihnachtsumsätze ausstehen. Bis zum Heiligen Abend fahren die Betriebe noch rund ein Drittel des Weihnachtsgeschäfts ein, vom Stefanitag bis Silvester 20 Prozent. "Der 23. wird heuer der umsatzstärkste Tag werden, weil viele schon Urlaub haben und der Trend zum späten Shopping steigt", sagte Lorentschitsch.

 

Elektrohandel leicht rückläufig

 

Bisherige Branchensieger sind der Spielwaren-, Buch- sowie Kosmetikhandel mit nominellen Umsatzzuwächsen von je drei Prozent. Unter Berücksichtigung der Inflation schwächt sich das jedoch ab. Die größten nominellen Einbußen hatten bis jetzt Schuh- und Lederwarengeschäfte (-6 Prozent). Mit je ein Prozent rückläufig waren auch Sportartikel-, Uhren- bzw. Schmuckhandel und der Elektrohandel. Beliebte Geschenke aus der E-Branche sind heuer Spiegelreflexkameras, Objektive und Handys.

Was erwarten die Einzelhändler?

Für das noch vor ihm liegende Weihnachtsgeschäft zeigt sich der Einzelhandel in ganz Österreich jedenfalls vorsichtig optimistisch: 20 Prozent der befragten Einzelhändler rechnen laut Trendumfrage der KMU Forschung Austria mit höheren Umsätzen als 2012. Weitere 42 Prozent gehen davon aus, das Vorjahresniveau auch heuer wieder erreichen zu können. 38 Prozent sprechen von geringeren Umsätzen im heurigen Weihnachtsgeschäft.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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