Direkt zum Inhalt
Junge Unternehmen haben das größte Risiko, insolvent zu werden

Insolvenzen sanken 2017, Neugründungen stiegen leicht

16.01.2018

Laut Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B gab es 2017 weniger Unternehmensinsolvenzen und mehr Neugründungen in Österreich.

2017 setzte sich der positive Trend bei Unternehmensneugründungen fort, der bereits 2016 drei Prozent betragen hatte. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Insolvenzen um rund 2,5 Prozent zurück, 2016 waren diese noch ansteigend gewesen, wie der Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B bekannt gab.

Dienstleistungsbranche ist anfällig, Industrie bleibt stabil

Die Dienstleistungsbranche hat einen prominenten Platz in der Insolvenzstatistik, ihr Anteil an den Insolvenzen im Vergleich zu anderen Branchen steigt. 21,5 Prozent der Insolvenzen 2017 betrafen die Dienstleistungsbranche. Der Einzelhandel nimmt mit 16 Prozent einen der vordersten Plätze bei den Insolvenzen ein, blieb 2017 jedoch im Vergleich zum Vorjahr stabil.

Höchste Insolvenzquote bei GesmbHs

Den höchsten Anteil an Unternehmenspleiten haben die nicht protokollierten Einzelunternehmen, auch aufgrund der Dominanz dieser Rechtsform in Österreich. Jedoch sank ihr Anteil an den Pleiten von 60 Prozent im Jahr 2013 auf 52 Prozent 2017. GesmbHs hingegen verzeichnen einen Anstieg von 29 Prozent 2013 auf 32 Prozent 2017. Die GesmbH ist zudem die Rechtsform mit der höchsten Insolvenzquote (= Verhältnis Anzahl Insolvenzen der GesmbH zu Anzahl der GesmbH gesamt).

Größtes Risiko bei jungen Unternehmen

Ein starker Einflussfaktor für die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Unternehmens ist das Alter. Das größte Risiko für Unternehmen besteht in den ersten drei Jahren nach ihrer Gründung. Bei den Neugründungen zeigte sich die GesmbH als beliebteste Rechtsform mit über 50 Prozent, gefolgt von Einzelunternehmen mit über 20 Prozent.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
Werbung

Weiterführende Themen

Hans-Georg Kantner, Leiter KSV1870 Insolvenz: „Wir stehen an der Schwelle einer Konjunkturbelebung.“
Aktuelles
08.06.2017

Der KSV1870 hat eine Hochrechnung der Unternehmensinsolvenz-Statistik für das 1. Halbjahr 2017 veröffentlicht – ausgegangen wird von einem Rückgang der Unternehmensinsolvenzen um ca. 4 %, deutlich ...

Der Vortrag von Keynote-Speaker Univ.-Prof. Mag. Dr. Markus Hengstschläger war einer der Höhepunkte der Veranstaltung.
Aktuelles
01.06.2017

KSV1870 Geschäftsführer Mag. Ricardo-José Vybiral, MBA, präsentierte am 31. Mai vor den Vereinsmitgliedern die Ergebnisse des Geschäftsjahrs 2016.

Hans-Georg Kantner rechnet in 2017 mit einem "moderaten Zuwachs" an Firmeninsolvenzen.
Branche
20.12.2016

In der Elektrobranche gab es mit 48 Insolvenzen heuer etwas mehr als im letzten Jahr. Allerdings belaufen sich die angehäuften Passiva auf nicht einmal die Hälfte des Vorjahreswerts. Die größte ...

Manche Chefs schieben gerne die Schuld auf die Mitarbeiter. Der KSV nimmt jedoch die Chefetage in die Pflicht.
Branche
16.08.2016

Mehr als jede zweite Unternehmens-Pleiten lässt sich auf schwere interne Fehler zurückführen. Diese passieren vor allem in der Chefetage. Kapitalmangel ist hingegen nur selten der Grund für den ...

Die Insolvenzen im H1 in der Übersicht.
Branche
05.07.2016

Wie der KSV1870 mitteilte, ist die Zahl der Firmeninsolvenzen in Österreich m ersten Halbjahr 2016 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 4,7 Prozent gestiegen. In Summe wurden 2652 ...

Werbung