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Insolvenz-Statistik 2007: Zwei Drittel aller Unternehmen von Kunden-Pleiten betroffen

21.01.2008

Gläubiger müssten bei Kreditvergabe oder Lieferung auf Kredit umdenken, wenn sie nicht weiter geschädigt werden wollen (siehe untenstehend auch Tabellen und Grafiken zum Download).

Die endgültigen Zahlen für 2007 bestätigen einen Trend, der sich schon während des gesamten Vorjahres abzeichnete: 6.362 Unternehmensinsolvenzen bedeuten einen signifikanten Rückgang um 7,2 Prozent. Dagegen stieg die Zahl der insolventen Privatpersonen um 13,6 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 8.616. Und 14.978 Gesamtinsolvenzen (+3,7 Prozent) im Jahr sind ebenfalls neuer Rekord.

Die Zahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren ist um 16,9 Prozent auf 7.331 Fälle gestiegen, die mangels Masse abgewiesenen Insolvenzanträge sind um zwei Prozent auf 1.285 Fälle gesunken. Damit wurden in Österreich 35 Privatpersonen pro Werktag insolvent. Die größten Zuwächse gab's in Vorarlberg (+28,7 Prozent), Wien (+25,3 Prozent) und Niederösterreich (+20,5 Prozent). Vorarlberg und Wien sind zugleich auch die Bundesländer mit der höchsten Insolvenz-Betroffenheit im Verhältnis zur Einwohnerzahl.

Jedes fünfte KMU muss vier Insolvenzen verkraften

Die Median-Verschuldung beträgt bei Privatinsolvenzen rund 42.000 Euro, die Gesamtverbindlichkeiten sind demnach mit 400 Mio. Euro zu beziffern. Aus der aktuellen Creditreform-Analyse über die Wirtschaftslage der heimischen KMU (1.700 Befragte) ergibt sich, dass 65,7 Prozent oder zwei Drittel aller Unternehmen im Jahr 2007 als Gläubiger zumindest einer Kunden-Insolvenz betroffen waren - fast 20 Prozent oder jedes fünfte KMU sogar von vier und mehr Insolvenzen!

Gefordert sind daher strengere Kreditvergabe-Richtlinien für Konsumenten, Ausbildungsmaßnahmen im verantwortungsvollen Umgang mit Geld und Datenbanken über die Bonität von Privaten. Die angedachte Senkung der Mindestquote von zehn Prozent im Schuldenregulierungsverfahren halten hingegen 55 Prozent der Unternehmen für nicht geeignet, um die Zahl der Privatinsolvenzen zu reduzieren.
Auffallend ist laut Creditreform, dass von den rund 250.000 kreditgebenden Unternehmen in Österreich lediglich acht Prozent die Dienstleistungen von Wirtschaftsauskunfteien in Anspruch nehmen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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