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Industrie: Lehrlings-Teams probten „Industrie 4.0“

19.07.2016

Niederösterreichs Industrie bereitet schon jetzt ihre rund 2.400 Lehrlinge intensiv auf das Zukunftsthema „Industrie 4.0“ vor. Sichtbarer Ausdruck dieser Bemühungen ist eine Österreich-Premiere beim Lehrlingswettbewerb der Industrie gewesen.

In der Sonderkategorie „Industrie 4.0“ fand im WIFI St. Pölten ein Team-Wettbewerb statt, bei dem sieben Teams zu je vier Mitgliedern Aufgaben aus den Bereichen Projektmanagement, Elektronik, Mechanik und Elektropneumatik zu bewältigen hatten.

Spartenobmann Thomas Salzer von Salzer Papier in St. Pölten betonte bei der Vorstellung des Wettbewerbs, dass die heimische Industrie die „Produktion in Niederösterreich halten möchte.“ Das erfordere aber, dass die Menschen im Produktionsablauf andere, neue Funktionen übernehmen müssen. Es sei „Gehirn statt Muskelkraft“ gefragt, betonte Salzer unter Verweis auf die Bedeutung der Lehrlingsausbildung: „Unsere Lehrlinge werden künftig jene Fachkräfte der NÖ Industrie sein, die den Gedanken der Vernetzung leben und so Dirigenten der vernetzten Maschinen sind.“

„Digitalisierung und vernetztes Denken werden von der Wirtschaft in Niederösterreich schon jetzt gelebt“, sagte Wirtschaftskammer-Präsidentin Sonja Zwazl. Die Lehrlinge seien bereits heute gefordert, die alte mit der neuen Arbeitswelt zu verknüpfen, damit sich Niederösterreichs Betriebe ihren Vorsprung auch künftig sichern können. Auf die Premiere des Industrie-Lehrlingswettbewerbes sei sie besonders stolz, weil „sich damit die Lehre wieder einmal als hochqualifizierte Ausbildung präsentiert.“

Zwei der sieben Teams haben den Gedanken der Vernetzung auf eine ganz spezielle Weise hoch gehalten. Ihre Team-Mitglieder kamen nämlich aus verschiedenen Firmen, während die anderen fünf Teams jeweils von einem Betrieb entsandt wurden. Dass das Thema „Industrie 4.0“ nur Männer-Sache ist, hat der Bewerb klar widerlegt. Das Team der „4 incredible`s“ der Firma Pollmann Austria hatte Daniela Zibusch als Teamleiterin gewählt.

Auch die Wahl des Teamchefs oder der Teamchefin war Bestandteil der Aufgabenstellung. Laut Angela Kraft, Organisatorin in der Sparte Industrie der NÖ Wirtschaftskammer, hatten die Teams in eineinhalb Tagen einen Projektauftrag zur Errichtung eines Produktions- und Lagersystems zu erledigen. Neben der Kommunikationsfähigkeit zwischen den Teams waren traditionelles Bohren oder Fräsen ebenso verlangt wie Programmierfähigkeit, CAD-Zeichnen oder der Umgang mit modernen Sensoren.

„Die Lehre ist eine sehr moderne Ausbildung“, stellte auch Landesschulratspräsident Johann Heuras fest. Die Jugend von heute werde von der Arbeitswelt rund um „Industrie 4.0“ massiv betroffen sein, weshalb es wichtig sei, „sie rechtzeitig darauf vorzubereiten.“ Man könne die Entwicklung zwar im Detail nicht voraussagen, sicher jedoch sei, dass vernetztes Denken, der Austausch von Kompetenzen, der Blick über den Tellerrand, Teamarbeit und analytisches Denken gefragt sein werden. „Und nicht zuletzt Freude an der Leistung und am Erfolg“, unterstrich Heuras.

Gesponsert worden ist der Wettbewerb von der Firma Festo. Deren County Manager Rainer Ostermann nannte „Flexibilität und technologieübergreifendes Verständnis“ als wichtige Erfolgsfaktoren im Umgang mit „Industrie 4.0“. Die Vorstellung der Sieger des Bewerbes erfolgt am 22. Juni im Rahmen der großen Siegerehrung für alle Lehrlingswettbewerbe der Sparte Industrie in der New Design University in St. Pölten. (rz, WKO Niederösterreich)

 

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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