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Immerhin: Amazons Alexa geht nun korrekt mit der Mehrwertsteuer um

26.09.2019

Die FairCommerce-Initiative des Handelsverbandes hat gefruchtet: Die Sprachsteuerung von Amazon mit dem Namen Alexa weist nun die 20-prozentige Mehrwertsteuer korrekt aus. Weiterhin problematisch ist jedoch die Datensammlung. Wie eine Wanze sammle Alexa die Daten der Nutzer, beschreibt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will bildlich.

Die FairCommerce-Initiative des Handelsverbandes für einen New Digital Deal und mehr Fair Play im Onlinehandel zeigt Wirkung: Nach dem Erfolg gegen Amazon vor knapp zwei Monaten rund um wettbewerbswidrige AGBs auf dem Amazon Marktplatz – acht wesentliche Geschäftsbedingungen wurden inzwischen weltweit zugunsten der gelisteten Marktplatzhändler geändert – gab es nun auch eine weitreichende Systemumstellung bei der Sprachassistentin Amazon Alexa.

Konsumentenschutzbestimmungen wurden nicht eingehalten

Zur Erinnerung: Im Jänner 2019 hatte der Handelsverband Produktkäufe über Alexa genauer unter die Lupe genommen. Testbestellungen belegten damals, dass die Konsumentenschutzbestimmungen bei Bestellungen via Alexa in Österreich nicht eingehalten wurden. So wurde der vollständige Kaufpreis inklusive österreichischer Mehrwertsteuer erst nach der kostenpflichtigen Bestellung genannt.

Bei den aktuellen Voice Commerce-Testkäufen des Handelsverbandes zeigt sich hingegen nun ein anderes Bild: Die Bestellung kann per Sprachbefehl aufgegeben werden, daraufhin legt Alexa das Produkt zunächst im Warenkorb ab. In einem separaten Schritt kann nun die kostenpflichtige Bestellung per Befehl abgeschlossen werden, wobei der korrekte Gesamtpreis bereits vorab genannt wird. Eine unmittelbare nachträgliche Stornierung ist ebenfalls direkt über Alexa möglich. Damit erfüllt Amazon Alexa nun auch die Vorgaben des in Österreich geltenden Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetzes.

"Der neuerliche Erfolg des Handelsverbandes ist ein Erfolg für den gesamten österreichischen Handel, da für die Händler mehr Wettbewerbsfairness entsteht. Wenngleich wir für die heimischen Konsumenten ein möglichst bequemes Einkaufserlebnis sicherstellen wollen, darf dies nicht auf die Kosten des Verbraucherschutzes und der Wettbewerbsfähigkeit gehen. An die geltenden Regeln müssen sich alle Händler halten, auch Mega-Plattformen wie Amazon", erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

„Wie eine Wanze" bei der Datensammlung

Beim Datenschutz ortet der Handelsverband jedoch dringenden Nachholbedarf. „Alexa erobert zunehmend die heimischen Wohnzimmer und sammelt dabei wie eine 'Wanze' unzählige höchstpersönliche Daten, die den Konsumenten digital abbilden. Dem Großteil der Nutzer ist unklar, dass Alexa 60.000 Funktionen beinhaltet und daher nicht nur Musik abspielt und im Gegenzug das neue Geld hamstert, wie eine alte Jukebox. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis Voice Shopping ein fixer Bestandteil unseres Alltags wird. In 450.000 Haushalten stehen die Sprachassistenten schon jetzt beratend zur Seite", sagt Rainer Will.

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