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„Hysterische Panikreaktion“: Geplante dramatische Tarifreduktion bedroht Österreichs PV-Branche

18.12.2013

Als „völlig inakzeptabel“ bezeichnet der Bundeverband Photovoltaik Austria (PVA) die durchgesickerten Tarifvorstellungen für Photovoltaik. Der vom Wirtschaftsministerium ausgearbeitete Entwurf sieht nämlich eine dramatische Kürzung der Einspeisetarife für die Photovoltaik vor und zwar von 18,12 Cent pro eingespeister kWh auf 12,5 Cent (jeweils (plus 200 Euro Investitionszuschuss pro kWp) vor.

PVA-Chef Hans Kronberger: "Die Modul- und Errichtungskosten sind im letzten Jahr kaum gefallen. Eine dramatische Absenkung in dieser Größenordnung ist daher in keiner Weise nachvollziehbar. Ich vermute, dass man durch die Tarifsenkung einen Ansturm auf die für 2. Jänner, 10 Uhr geplante Ausschreibung verhindern will."

 

Besonders empört sind die Errichter von Freiflächenanlagen, die unter hohen Kosten sämtliche Genehmigungen eingeholt und Planungen durchgeführt haben. Das Wirtschaftsministerium plant nämlich auch Freiflächenanlagen vollkommen von der Förderung auszuschließen. „Es ist unverantwortlich zwei Wochen vor Ausschreibungsbeginn fertig geplante Anlagen von der Bewerbung auszuschließen. Eine solche Aktion müsste mindestens ein Jahr im Vorhinein angekündigt werden", poltert Kronberger.

 

Die maximale Anlagengröße soll laut Ministerium von 500 kWp auf 350 kWp abgesenkt werden. Für kleine und mittlere Errichter kann diese Hauruck-Aktion ruinöse wirtschaftliche Folgen haben, fürchtet man beim PVA. Immerhin hätten sie gutgläubig auf Rechtssicherheit kostspielige Vorleistungen erbracht haben. Kronberger appelliert daher an die zuständigen Minister (Reinhold Mitterlehner, Rudolf Hundstorfer, Andrä Rupprechter, Anm.), sich die Meinung der Betroffenen noch einmal anzuhören und noch eine Vernunftlösung zu treffen. "Am sinnvollsten wäre es gar keine Verordnung zu erlassen, dann trete die gesetzliche vorgegebene Reduktion von acht Prozent in Kraft, mit der die PV-Wirtschaft leben könnte. Da diese Regelung bei den anderen erneuerbaren Energietechniken ohnehin vorgenommen wird, wäre damit die Schlechterstellung der Photovoltaik beseitigt."

 

Übrigens glaubt Kronberger nicht, dass die geplanten Tarifkürzungen einen Ansturm am 2. Jänner verhindern werden, da die Genehmigungen bereits vorhanden sind, allerdings besteht die Gefahr, dass ein tatsächlicher Ausbau aus Kostengründen nicht erfolgen wird. Gerade die beliebte und gleichzeitig erfolgreichste Energietechnik zur sauberen Energiebereitstellung in Österreich gewaltsam einzuschränken, ist ein falsches Signal. Ein runder Tisch, möglichst früh im Jahr 2014, zur Erarbeitung einer Langzeitperspektive mit allen Beteiligten wäre daher wünschenswert, so der PVA.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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