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Hoher Verlust: Serbien und Weißrussland reißen die Telekom Austria nach unten

12.11.2009

Einen unerwartet hohen Verlust musste die Telekom Austria (TA) im dritten Quartal verzeichnen. Hauptverantwortlich dafür sind Abschreibungen für die Töchter in Serbien und Weißrussland. Analysten hatten mit einem Gewinn von 133 Mio. Euro gerechnet.

Stattdessen prang nun aber ein dickes Minus im Quartalsbericht. Einen Verlust von 136 Mio. Euro muss der Marktführer ausweisen, nachdem man Firmenwerte in Höhe von 352 Mio. Euro abgeschrieben hat. Vor einem Jahr hatte die TA noch 163 Millionen Euro netto verdient.

Gleichzeitig mit dem Quartalsbericht revidierte die TA auch die Prognosen fürs Gesamtjahr nach unten: Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erwartet der Vorstand nun 1,8 statt 1,9 Milliarden Euro. Der freie Cashflow solle aber unverändert bleiben, da die TA Investitionen um 100 Millionen Euro kürzt.

Die besagten Abschreibungen für die weißrussische Velcom und die serbische Mobilfunklizenz gründen sich hauptsächlich auf Währungsschwankungen. So hat der Rubel seit Jahresbeginn 31 Prozent an Wert eingebüsst. Die Geschäfte der beiden Länder liefen dagegen hervorragend, wie man betont.

Insgesamt konnte die TA die Zahl ihrer Mobilfunkkunden im dritten Quartal um 1,5 auf 18,5 Millionen steigern. Gleichzeitig sanken die Erlöse in diesem Bereich um sieben Prozent. Auch hier seien vorwiegend Währungseffekte sowie die niedrigeren Roaming- und Terminierungsentgelte schuld. Das inländische Festnetzgeschäft war erwartungsgemäß bei Umsatz und Ergebnis leicht rückläufig.

Für Aufsehen sorgte außerdem eine Meldung der Tageszeitung Presse, wonach Festnetz und Mobilfunk, die derzeit zwei getrennte Aktiengesellschaften unter einem Holding-Dach sind, künftig zu einem Unternehmen verschmolzen werden sollen. Der TA-Aufsichtsrat habe dem Vorstand am Mittwoch den Auftrag erteilt, Modelle für diese größte Strukturveränderung in der Unternehmensgeschichte der TA auszuarbeiten, berichtete die Presse unter Berufung auf Konzernkreise. Das Unternehmen dementierte daraufhin bereits fixe Pläne, man wolle nur "alle Optionen prüfen".

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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