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Heimische Unternehmer beklagen schlechtere Zahlungsmoral und mehr Totalausfälle

31.05.2013

Die anhaltende Unsicherheit im Euroraum hat Spuren hinterlassen. Die B2B-Zahlungsmoral der europäischen Unternehmen hat sich in den vergangenen Monaten aufgrund fehlender finanzieller Mittel merklich verschlechtert. Die Stimmung ist getrübt. Das besagt zumindest der aktuelle Zahlungsmoralbarometer des Kreditversicherers Atradius.

Die befragten Lieferanten aus Österreich mussten 5,7 Prozent der Gesamtsumme ihrer ausstehenden Rechnungen im Inland als Totalausfall verbuchen. Das entspricht einer Steigerung von 78 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Bei Forderungen gegenüber ausländischen Firmenkunden ist der Anstieg der abgeschriebenen Forderungen um 60,5 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent gestiegen. Europaweit blieben die befragten Unternehmen auf fünf Prozent der Gesamtsumme ihrer Forderungen sitzen. Im Vorjahr lag der Wert bei drei Prozent.

Mehr als jedes zweite Unternehmen aus der Alpenrepublik gab fehlende Liquidität ihrer Geschäftskunden als Hauptgrund für die verzeichneten Verluste an. „Die Ergebnisse zeigen, dass Lieferanten insbesondere im Ausland mit säumigen Zahlern zu kämpfen haben“, sagt Andreas Tesch, Chief Market Officer von Atradius. „Die andauernde Eurokrise hat wesentlich zum Liquiditätsengpass – insbesondere in den südlichen Ländern Europas – beigetragen.“

In Griechenland liegt die Summe der uneinbringlichen Forderungen mit 6,3 Prozent im Inland weiterhin über dem europäischen Durchschnitt. Übertroffen wird dieses Ergebnis von der Türkei mit 6,7 Prozent und Spitzenreiter Italien, wo die Befragten 7,6 Prozent der Forderungssumme nur noch als Verlust abschreiben konnten.

Insgesamt ist die Skepsis in den befragten Ländern gestiegen, was am signifikanten Rückgang der gewährten Lieferantenkredite zu beobachten ist. Die Bereitschaft österreichischer Lieferanten, Geschäftspartnern im Ausland Zahlungen auf Ziel zu gewähren, ging um rund ein Viertel auf 36 Prozent zurück.

Die Aussichten für die kommenden Monate sind laut der Befragten von der Sorge getrübt, dass die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen einen Rückgang verzeichnen könnte. Dies könnte wiederum Konsequenzen für die Liquidität und im schlimmsten Fall die eigene Zahlungsunfähigkeit zur Folge haben.  

Altradius befragte Aktuell rund 3.000 Unternehmen aus 14 europäischen Ländern branchenweit. In Österreich wurden 202 Unternehmen befragt.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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