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HB Austria, wie geht’s weiter?

22.09.2015

„Entweder man ist schwanger, oder nicht.“ Es gebe keinen Mittelweg. HB Austria-Chef Christian Blumberger sieht den Antrag auf Sanierung des Unternehmens als den richtigen Schritt an. Auf der Futura zeigte er sich optimistisch, mit veränderten Strukturen wieder Erfolgsluft schnuppern zu können.  

Christian Blumberger sieht HB Austria weiter beim Fachhandel verankert.

„Wie geht’s dir?“ Diese Frage wurde HB-Chef Christian Blumberger auf der Futura am häufigsten gestellt. Und es geht ihm gut, gibt er gegenüber Elektrojournal Online an. Das verwundert. Rund zwei Wochen vor der Branchen-Messe kam schließlich die bittere Insolvenzmeldung. „Eine Sanierung ist ein rechtliches Hilfsmittel, über das ein Unternehmen gesunden kann. Ich bin dankbar, dass wir diesen Weg gehen“, so Blumberger. „Dieser Schritt ist für alle Beteiligten besser. Entweder man ist schwanger, oder nicht.“ Es gebe keinen Mittelweg, die Entscheidung sei richtig gewesen. Und HB schreibe inzwischen wieder positive Ergebnisse.

Ganz so einfach wie’s hier klingt, war’s dann aber wohl nicht, liegen doch enorm arbeitsintensive Tage hinter Blumberger. Die Mitarbeiterzahl wurde von 85 zu Jahresbeginn auf 33 reduziert. „In dieser Zeit habe ich sehr viel gelernt. Jetzt bin ich guter Dinge, dass es wieder laufen wird“,  zeigt sich Blumberger für die anstehende Sanierungsphase optimistisch.

Schulterklopfer

„Erst in schlechten Zeiten erkennst du deine richtigen Freunde“, lautet eine Redewendung. Großteils würde man ihm, Blumberger, aufmunternd auf die Schulter klopfen, sagt er. „Natürlich gibt’s Neider, die jetzt reden. Die HB ist aber weiter im Fachhandel verankert, die Leute halten uns die Treue und verstehen, dass wir die Struktur ändern müssen.“  
Nun ist es mit der Treue aber so eine Sache. Nach und nach verlor der Distributor die Industrie-Partner. Zuletzt beendete TV-Vision die Partnerschaft mit HB, um „noch direkter am Handel agieren“ zu können, wie es heißt. „So kam es zu unserer Entscheidung, die die Kündigung des Vertrages mit HB Austria zur Folge hatte. Es lag nicht daran, dass wir mit der Arbeit von HB Austria nicht zufrieden waren“, sagt Henrik Köhler, Geschäftsführer TP Vision DACH für Philips TVs gegenüber Elektrojournal Online.

Was tun?

Was also tun? HB konzentriert sich bei Unterhaltungselektronik und Weißware nun auf Samsung und die Eigenmarke Schaub Lorenz. Dazu kommt noch das Geschäft mit Telekommunikation und IT. Am Ende des Jahres soll ein Umsatz von etwa 40 Millionen Euro stehen bleiben. Ohne Samsung-Direktvertrieb bei umsatzstaken Händlern und dem Wegfall von Toshiba, Loewe und TP Vision wären es 90 Millionen Euro geworden, glaubt Blumberger.

Wo lagen eigentlich die strategischen Fehler der HB Austria? „Die Entwicklungen im TV sind sehr rasant. Die Margen sind unter Druck. Für uns waren diese Entwicklungen so nicht abzusehen. Es spielten die flaue Wirtschaft und der Dollar-Kurs zusammen“, sagt Blumberger. Er will jedenfalls auf eine „qualifizierte Distribution in der Tiefe“ setzen.

Einen ausführlichen Hintergrundbericht mit unterschiedlichen Stimmen finden Sie demnächst in Elektrojournal 10/2015.

Autor/in:
Alexander Zechmeister
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