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6 von 10 Österreichen klicken sich nach China.

Handelsverband Consumer Check: 6 von 10 Österreicher kaufen bei chinesischen Online-Händlern

16.10.2018

Tmall, AliExpress oder Wish. Chinesische Online-Plattformen versuchen schon länger am europäischen Markt Fuß zu fassen. Nun besagt der Handelsverband Consumer Check, dass bereits sechs von zehn Österreicher bei chinesischen Online-Händlern bestellt haben. Das ist aber nicht ganz risikofrei.  

Die Top 5 Faktoren FÜR den Einkauf bei chinesischen Online-Händlern sind:

  • Günstige Preise (54%)
  • Große Produktvielfalt (40%)
  • Zugang zu exotischen Produkten (25%)
  • Versandkostenfreie Lieferung (20%)
  • Zugang zu asiatischen Marken (16%)

 

   Die Top 5 Faktoren GEGEN den Einkauf bei chinesischen Online-Händlern sind:

  • Qualitätsmängel (36%)
  • Schwierigkeiten bei Retouren (32%)
  • Lange Lieferzeiten (30%)
  • Problematik von Produktfälschungen (27%)
  • Ökologische Bedenken (24%)

 

 

"62 Prozent der Österreicher haben bereits zumindest einmal bei chinesischen Online-Händlern eingekauft, bei den unter-39-jährigen sind es sogar über 70 Prozent", sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Dieses Zahlen ergibt der aktuelle Consumer Check des Verbands. Häufig erfolgt der Kauf über Marktplätze wie Amazon oder Wish.com. Letztere war 2017 die am meisten heruntergeladene Shopping-App in den USA und zählt zu den am schnellsten wachsenden eCommerce-Anbietern weltweit. "Rund ein Viertel der heimischen Konsumenten hat auch bereits Erfahrungen mit chinesischen Marktplätzen wie AliExpress (Alibaba) gemacht, wo Endkunden weltweit von chinesischen Händlern und Herstellern kaufen können", meint auch Stephan Mayer-Heinisch, Präsident des Handelsverbandes.

Prozentuell haben in Kärnten (72%), der Steiermark (70%), Salzburg und Vorarlberg (je 69%) die meisten Kunden bereits bei chinesischen Online-Plattformen bestellt. Schlusslicht bildet Niederösterreich (54%).

Vier von zehn Österreicher kennen AliExpress, andere chinesische Anbieter wie Gearbest (7,4%), Lightinthebox (6,4%) oder Bang good (5,4%) sind hingegen noch vergleichsweise unbekannt.

Zolltricks und Risiko

2017 gelangten mehr als 560 Millionen chinesische Pakete im Cross-Border-Handel nach Europa, davon 97 Prozent gänzlich zoll- und mehrwertsteuerfrei. "Leider ‚vergessen‘ viele chinesische Online-Händler allzu gern, für ihre Pakete bei der Einfuhr in die EU auch Zoll und Einfuhrumsatzsteuer zu zahlen. Die Pakete werden bewusst falsch deklariert, um unter der Freigrenze von 22 Euro zu bleiben. Das Schadensausmaß liegt allein in Österreich bei mindestens 120 Millionen Euro und europaweit bei mehr als sieben Milliarden Euro", sagt Will, der 2018 mit 7,5 Millionen chinesischen Sendungen nach Österreich rechnet. Zudem hat der österreichische Zoll im vergangenen Jahr fast 250.000 gefälschte Produkte im Gesamtwert von mehr als 13,7 Millionen Euro beschlagnahmt.

Der heimische Konsument trägt dabei das volle Risiko, den vorab entrichteten Kaufpreis nicht mehr zurückzuerhalten. Sollte seitens der Zollbehörde eine Produktfälschung vermutet werden, ist der Konsument mehr oder weniger verpflichtet, der Vernichtung der Ware zuzustimmen, da ansonsten ein Gerichtsverfahren droht.

Vor diesem Hintergrund setzt sich der Handelsverband vehement für eine "Aktion scharf" gegen Steuerbetrug und Produktpiraterie im internationalen E-Commerce ein.

Im Zuge des Handelsverband Consumer Check werden im Lauf des Jahres die österreichischen Konsumenten zu zwölf speziellen Themen oder Ereignissen im Handel befragt. Der Studie wird von Mindtake durchgeführt.

Autor/in:
Alexander Zechmeister
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