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Die steirische Stadt Gleisdorf ist aus der Luft digitalisiert worden.

Gleisdorf aus der Luft: Energiesparpotenziale

22.05.2017

Siemens hat ein Forschungsprojekt abgeschlossen: Eine 3D-Analyse wurde erstmals zur effizienten und zielgerichteten Analyse von Energiesparpotenzialen eines ganzen Stadtteils angewandt.

Die thermische Analyse zeigt energetisch kritische Areale der Stadt.

Statt wie bisher Energie- und Wärmeverluste einzelner Gebäude isoliert zu betrachten, wurde in Gleisdorf (Stmk.) erstmals ein ganzer Stadtteil aus der Luft thermisch analysiert. Dadurch wird eine flächendeckende und effiziente Sanierung ermöglicht. Siemens-Forscher aus Graz haben dazu in Zusammenarbeit mit dem Austrian Institute of Technology (AIT) und der AEE INTEC (Institut für Nachhaltige Technologien) im Projekt „Hotspots“ eine neue Technologie zum Erfassen von Energieverlusten in ganzen Stadtvierteln entwickelt. Die Bildverarbeitungssoftware arbeitet mit Fotos, die aus der Luft – von Drohnen oder Heißluftballons – aufgenommen werden. Die Software erstellt ein dreidimensionales Modell, das Energieverluste sichtbar macht. Seit 2015 wurden die entwickelten Methoden am Beispiel der Stadtgemeinde Gleisdorf erprobt. Das Projekt wurde nun erfolgreich abgeschlossen und die Ergebnisse an die Stadtwerke Gleisdorf und beteiligte Gebäudeeigentümer übergeben. Die erprobten Methoden sind auf andere Städte übertragbar. Gefördert wurde das Projekt von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Rahmen des Programms „Stadt der Zukunft“.

Vogelperspektive zeigt Zusammenhänge auf

In jeder Stadt gibt es sogenannte „Hotspots“, das sind Gebäude oder Gebäudekomplexe, die besonders großes Potenzial für energetische Optimierungen aufweisen. „Mithilfe von Heißluftballons, die mit Farb-, Wärmebild- und Infrarotkameras ausgestattet waren, haben wir zunächst Luftbilder der Stadt Gleisdorf erstellt. Mit einer Bildbearbeitungssoftware, die wir in Österreich entwickelt haben, wurde daraus anschließend ein 3-D-Modell abgeleitet, das wir mit Thermalaufnahmen überlagert haben. Diese thermische Grobanalyse zeigt bereits deutlich, wo die energetisch kritischen Areale einer Stadt liegen“, erklärt Projektleiterin Claudia Windisch von der Forschungsgruppe Active Vision Technologies bei Siemens Corporate Technology. Im nächsten Schritt wurden Detailaufnahmen mit Drohnen durchgeführt, um die Ursachen für die Wärmeabstrahlung genau zu analysieren und die betroffenen Gebäude zu identifizieren.

Die Gebäudeeigentümer erhielten im Rahmen des Projektes konkrete Vorschläge für effiziente thermische Sanierungsmaßnahmen der Gebäudehülle und mögliche Umstellungen der Heizmethoden.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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