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Neues Gira-Werk: Schlüsselübergabe an Dirk Giersiepen.

Gira: Neues Produktions-, Entwicklungs- und Logistikzentrum eingeweiht

09.10.2018

Ein Meilenstein ist schon mal geschafft: In Radevormwald wurde nun das neue Gira-Gebäude eingeweiht. Im April 2019 soll es in Vollbetrieb gehen.

„Alles auf einer Ebene mit idealem Warenfluss – vom Wareneingang, über die Montage bis hin zum Warenausgang – und dazwischen eine sehr leistungsfähige Kommissionier- und Lagerlogistik.“ Dirk Giersiepen, geschäftsführender Gesellschafter der Gira Giersiepen GmbH & Co. KG, kann seine Begeisterung kaum verbergen. Vergangenes Wochenende fand die feierliche Einweihung des neuen Gira Produktions-, Entwicklungs- und Logistikzentrums vor 1.200 Gästen statt.

Einen hohen zweistelligen Millionenbetrag hat der Mittelständler für den Bau auf der „grünen Wiese“ und dessen Ausstattung mit modernster Anlagentechnologie in die Hand genommen – die größte Investition in der 113-jährigen Unternehmensgeschichte. Rund 550 Beschäftigte des Gebäudetechnikspezialisten werden hier ab dem Frühjahr 2019 arbeiten.

Produktivität wird steigen

Mit der Inbetriebnahme des neuen Werks wird für Gira eine Zeit enden, in der Teile der Fertigung und Logistik in eine Vielzahl angemieteter Gebäude ausgelagert waren. Dies habe „nicht zu idealen Prozessen“ und zu einer „sehr aufwändigen internen Logistik“ geführt, so Giersiepen. Mit dem neuen, 30.000 Quadratmeter großen Werk geht man jetzt neue Wege und schafft zudem die Voraussetzungen für weiteres Wachstum. „Im ‚Campus Röntgenstraße‘ bilden wir wesentliche Teile der Wertschöpfungskette unter einem Dach ab. Unsere Produktivität wird so natürlich steigen – und zwar am Standort Radevormwald durch kürzere Wege, intelligente Abläufe und eine verbesserte Prozesseffizienz, nicht durch plumpe Verlagerung in Niedrigstlohn-Länder“, erklärt Giersiepen. „Und für die nächsten 15 Prozent Wachstum müssen wir nicht bauen oder anmieten. Für die internationale Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit ist dieses Projekt ein wichtiger Meilenstein.“

Umzug in Etappen

Seit Ende August ziehen Gira-Beschäftigte und Anlagen vom „Campus Dahlienstraße“ und bisher angemieteten Gebäuden in Etappen in den Neubau um. Anfang November 2018 werden die ersten Produkte das dortige Lager verlassen. Die Aufnahme der Produktion – so die Planung – folgt wenig später im selben Monat. Bis April 2019 sollen die Arbeiten an den Außenanlagen und der Innenausbau der Büros in der zweiten Etage abgeschlossen sein. Dann werden – so die Planungen – auch die letzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz im neuen Produktions-, Entwicklungs- und Logistikzentrum bezogen haben.

4.000 Tonnen Stahl

Zweieinhalb Jahre werden dann seit der Grundsteinlegung vergangen sein. Mehr als 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von rund 120 Firmen aus 65 Gewerken waren an seiner Errichtung beteiligt. Sie haben unter anderem 21.000 Kubikmeter Erde bewegt, 4.000 Tonnen Stahl und knapp 250 Tonnen Aluminium verbaut, 2.900 Bohrpfähle in den Grund eingebracht, 15.000 Edelstahldübel gesetzt, 70 Kilometer Heizungsrohre und 110 Kilometer EDV-Kabel verlegt. „In solch einem komplexen Vorhaben besteht die schwierigste Aufgabe darin, über die gesamte Laufzeit hinweg die Übersicht zu behalten und alle Beteiligten im Sinne des Projekterfolgs zu steuern“, sind sich die beiden Gira Projektleiter Dietmar Daszkiewicz und Andreas Dürwald einig. „Und dabei auch noch die täglichen, mal kleinen, mal großen Herausforderungen zu meistern, die ein Bauvorhaben dieser Größenordnung mit sich bringt.“

Moderne, nachhaltige Industriearchitektur

Zudem mussten bei Planung und Errichtung ganz unterschiedlichen Anforderungen an den Gebäudekomplex Rechnung getragen werden. Der entscheidende Faktor waren hier die zum Teil hochautomatisierten Abläufe der Fertigungs- und Logistikprozesse. Es galt aber ebenfalls, einen möglichst ressourcenschonenden, energieeffizienten Gebäudebetrieb sicherzustellen. Für die Mitarbeiter sollte eine ebenso angenehme wie angemessene Arbeitsumgebung geschaffen werden. Auch die hohen gestalterischen Ansprüche der Marke Gira spielten eine Rolle. „Hinzu kam noch die Forderung nach unabhängiger Erweiterbarkeit aller Einzelelemente des an sich eng vernetzten Komplexes, sodass dessen Kapazitäten bei Bedarf insgesamt auf bis zu 50.000 Quadratmeter ausgebaut werden können“, erläuterte Architekt Matthias Sauerbruch vom Büro Sauerbruch Hutton aus Berlin. „Die Aufgabe der Architektur war es also, zunächst einmal diese divergierenden Anforderungen in ein machbares, dreidimensionales Gefüge zu bringen – und zwar so, dass es auch noch in das natürliche und gebaute Umfeld passt.“

Helle Produktionsarbeitsplätze mit viel Tageslicht in großzügigen Hallen, eine offene, auf Kommunikation und flexible Nutzung ausgelegte Gestaltung der Innenräume, ein bis ins Detail durchdachtes energetisches Konzept, dank dessen der Energiebedarf 45 Prozent unter den rechtlichen Vorgaben für vergleichbare Gebäude liegt, und nicht zuletzt die ausgefeilte Gestaltung der Fassade haben dazu beigetragen, dass Architekt und Bauherr gleichermaßen sehr zufrieden mit dem gebauten Ergebnis sind. „Es ist schon beeindruckend, was hier durch die Arbeit dieses Teams aus eigenen Mitarbeitern, Architekten, Planern und ausführenden Gewerken und mit Unterstützung der Stadt Radevormwald entstanden ist“, betonte Giersiepen bei der Einweihung.

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