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Fleißige Langfinger: 2006 muss Europas Handel 29 Mrd. Euro durch Warenschwund hinnehmen!

30.10.2006

Durch die schaut dafür der Einzelhandel, der europaweit 29 Mrd. Euro - leider nicht steuerlich - abschreiben kann. Das entspricht pro Haushalt sagenhaften 220 Euro!Das ist das wesentliche Ergebnis des "6. Europäischen Diebstahlbarometer" vom Centre for Retail Research in Nottingham, das von Checkpoint Systems unterstützt wurde...

Gemessen am Einzelhandelsumsatz wird die Schwundrate im Jahr 2006 daher 1,24 Prozent betragen. Womit sich immerhin ein Abwärtstrend der letzten Jahre fortsetzt: Vier Jahre zuvor lag die Schwundrate noch bei 1,45 Prozent.
Dabei macht der Diebstahl durch Konsumenten mit 14,16 Mrd. Euro europaweit noch immer den größten Schwundanteil aus. Im Vergleich zum Vorjahr konnte hier jedoch ein leichter Rückgang von 49,2 auf 48,8 Prozent ermittelt werden.

Was schwindet, ist auch die Hemmschwelle der Mitarbeiter

Interner Diebstahl stieg dagegen zum zweiten Mal in Folge auf nunmehr 8,92 Mrd. Euro an. Das entspricht einem Gesamtanteil von 30,7 Prozent. 2005 betrug er noch 29,9 Prozent.

Innerhalb der 24 befragten europäischen Länder weist Österreich mit 0,96 Prozent neben der Schweiz (0,92%) und Deutschland (1,07%) die vergleichsweise niedrigste Schwundrate auf. Die höchste Rate wird in Tschechien (1,42%), der Slowakei (1,4%) und in Ungarn (1,38%) verzeichnet.
Allerdings sind die durch Schwund bedingten Kosten relativ hoch: Sie betragen in Deutschland fünf Mrd. Euro, in Österreich 438 Mio. Euro. Wenngleich: Gegenüber dem Vorjahr ein erfreuliches Minus von 185 Mio. Euro .
Mit 57,2 Prozent liegt der Kundendiebstahl in Österreich über, mit 24,9 Prozent der Mitarbeiterdiebstahl unter dem europäischen Schnitt. Warenschwund durch Lieferanten (5,6%) und durch interne Fehler (12,3%) liegen jeweils im europäischen Mittelfeld.

Handel am richtigen Weg, doch Diebstahlschutz ist noch zu schwach

Die in manchen Bereichen noch immer hohen Werte liegen laut Studie daran, dass 40,6 Prozent der am meisten gestohlen Produkte wie Rasierklingen, Spirituosen, Parfum, Notebooks, DVDs, Software, MP3-Player oder Mobiltelefone nicht gegen Diebstahl geschützt werden.
Andererseits sei der europäische Einzelhandel auf dem richtigen Weg im Kampf gegen den Warenschwund, so heißt es. Denn insgesamt werden in Europa heuer hochgerechnet rund acht Mrd. Euro in Sicherheitslösungen investiert. An vorderster Stelle dieser Lösungen liegt dabei mit 35,9 Prozent die elektronische Artikelsicherung.
Am vernünftigsten sei es freilich, Sicherheitsetiketten bereits am Ort der Herstellung in oder am Produkt zu integrieren, damit eine Sicherung während der gesamten Lieferkette gewährleistet ist.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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