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Flaggschiff floppt, Unternehmen wackelt: BlackBerry wandelt auf Nokias Spuren

23.09.2013

Retten, was noch zu retten ist. Der notleidende kanadische Smartphone-Hersteller BlackBerry hat einen massiven Stellenabbau angekündigt. Der ehemalige Marktführer im Business-Segment wandelt seit geraumer Zeit nahe am wirtschaftlichen Abgrund. Auch das neue Betriebssystem BB10 konnte das Ruder nicht mehr herumreißen.

Lediglich 3,7 Mio. Handys konnte Blackberry in den vergangenen drei Monaten absetzen. Und damit viel weniger, als Apple alleine an diesem Wochenende an iPhones an seine Kunden gebracht hat. Dabei hatte BlackBerry das iPhone einst für einen „untauglichen Konkurrenten“ gehalten, weil Apple auf ein Keyboard verzichtet und auf Touchscreen gesetzt hatte. Dazugelernt hat man aber offenbar trotzdem nichts: dem Q10, ein "klassischer" BlackBerry mit neuem Blackberry-10-Betriebssystem (BB10), prophezeite man dutzende Millionen an Verkäufen - rund eine Mio. Geräte dürften es bisher geworden sein.

 

Die Zeche zahlen nun – wie so oft - die Mitarbeiter. Von rund 11.000 müssen 4.500 gehen, nachdem in den vergangenen zwei Finanzperioden bereits 7.000 Mitarbeiter entlassen wuden. Anstelle von sechs Geräten wird man das eigene Smartphone-Portfolio künftig auf vier beschränken – ausschließlich im Business-Bereich. Schon seit dem Sommer sucht ein internes Expertengremium nach Lösungen - eine davon lautet "Verkauf". Genau das scheint nun auch einzutreten: für 4,7 Mrd. Dollar (3,5 Mrd. Euro) soll BB an eine Investorengruppe gehen. Noch ist der Verkauf aber nicht in trockenen Tüchern. Zunächst will die Finanzfirma die Bücher studieren, wofür man sich sechs Wochen Zeit ausgebeten hat.

 

Für das zweite Quartal seines Finanzjahres kündigt BB übringes einen Umsatz von 1,6 Mio. Dollar an. Das ist nur rund die Hälfte der erhofften Erlöse. Als Hauptgrund wird der Flop des Flaggschiffs Z10 gesehen. Das Touch-Gerät fand deutlich zu wenig Anhänger bei den Käufer-Zielgruppen. Vor zwei Jahren habe BlackBerry, damals noch als Research In Motion (RIM), laut IDC 14 Prozent Marktanteil gehalten. Heute sind lediglich drei Prozent verblieben.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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