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Fiskus sorgt ab 2008 für neue Dienstreise-Regelung: Änderungen bei Taggeld

12.11.2007

Zu einer Änderung kommt es ab 1.1.2008 bei Taggeldern, die aufgrund einer lohngestaltenden Vorschrift (z.B. Kollektivvertrag oder Betriebsvereinbarung) an Mitarbeiter gezahlt werden.

Werden diese Mitarbeiter für einen Einsatz an ein und demselben Einsatzort über einen längeren als den grundsätzlich gesetzlich begünstigten Zeitraum bezahlt (fünf Tage bei durchgehendem oder regelmäßig wiederkehrendem Einsatz, 15 Tage bei unregelmäßig wiederkehrendem Einsatz und 183 Tage, wenn die tägliche Rückkehr nicht zugemutet werden kann), sind sie nur dann weiterhin steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn es sich um
O Außendiensttätigkeit,
O Fahrtätigkeit,
O Baustellen- und Montagetätigkeit,
O Arbeitskräfteüberlassung oder
O vorübergehende Tätigkeit in anderer Gemeinde handelt.

Pauschale Nächtigungsgelder, die aufgrund einer lohngestaltenden Vorschrift über einen längeren Zeitraum bezahlt werden, verlieren nach sechs Monaten ihre Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit.

Bislang waren Fahrtkosten-Vergütungen immer dann steuerfrei, wenn aufgrund einer lohngestaltenden Vorschrift ein Anspruch auf Taggeld bestand. Ab 2008 können Fahrtkosten aber nur noch für die Dauer eines Monats steuer- und sozialversicherungsfrei ausbezahlt werden.
Die große Ausnahme bei dieser Regelung: Im Fall von Bau- und Montagetätigkeiten ist die Neuregelung erst ab 1.1.2010 anzuwenden, 2008 und 2009 bleibt noch alles beim Alten. Ergo können kollektivvertragliche Fahrtkosten-Vergütungen auch über einen längeren Zeitraum als einen Monat steuer- und sozialversicherungsfrei ausbezahlt werden.

Ist einem Dienstnehmer, der sich auf Dienstreise befindet, die tägliche Heimkehr nicht zumutbar (das ist in der Regel bei Entfernungen ab 120 km der Fall), kann ab 1.1.2008 der Ersatz der Fahrtkosten für eine wöchentliche Familienheimfahrt (Hin- und Rückfahrt) steuer- und sozialversicherungsfrei ausbezahlt werden. Allerdings nur dann, wenn an den arbeitsfreien Tagen keine Diäten bezahlt werden, und zwar unabhängig davon, ob dem Mitarbeiter aufgrund einer lohngestaltenden Vorschrift der Fahrtkosten-Ersatz für die Familienheimfahrt zusteht oder ob der Arbeitgeber den Ersatz freiwillig leistet.

Nähere Informationen dazu erhält man von Dr. Daniela Mühlberger von der
LBG Wirtschaftstreuhand Österreich per E-Mail d.muehlberger@lbg.at oder unter der Rufnummer 01/53105-720.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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