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FEEI zieht Bilanz fürs erste Halbjahr 2012: Weiße und Kleingeräte obenauf, UE stabil & Boom bei DVB-Receivern

07.09.2012

Der Fachverband der Elektro-und Elektronikindustrie zieht Bilanz: Demnach sind die Umsätze bei der Weißen Ware um knapp vier Prozent, bei den Elektrokleingeräten um sieben Prozent gestiegen. In der Unterhaltungselektronik wurde ein leichter Rückgang von zwei Prozent verzeichnet. Dafür haben die DVB-Receiver einen regelrechten Boom hinter sich – mit einem Plus von 25 Prozent, getrieben durch die Analogabschaltung. Weiterhin ungebrochen: der Trend zu energiesparenden Geräten.

Die Branchenvertreter zeigten sich zufrieden. Bei der Weißen Ware betrug das Mengenwachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 3,4 Prozent; wertmäßig lag man bei einem Plus von 3,8 Prozent.

Kauflust bei Einbaugeräten, Dampfgarer am Vormarsch

„Die Kauflust ist auch bei Einbaugeräten gewachsen, der Küchenmöbelhandel konnte hier ein Plus von 6,5 Prozent dazugewinnen. Der traditionelle Fachhandel 4,4 Prozent“, freut sich Branchensprecher Alfred Janovsky. Besonders die Wärmepumpentechnologie, Herde und Backöfen mit Dampf oder Multidampfgarern erfreue das Kundenherz.

Bei Kühlgeräten und Geschirrspülern wurde jeweils ein Plus von fünf Prozent verzeichnet, bei Waschmaschinen waren es um vier Prozent mehr. Die Gefriergeräte und Wäschetrockner verzeichneten ein leichtes Minus (minus 2,5 beziehungsweise minus ein Prozent).

Wärmepumpentechnologie gefragt

Dennoch wurde im Trocknerbereich ein wertmäßiges Plus von zwei Prozent erzielt, was auf die Wärmepumpentechnologie zurückzuführen sei, so Janovsky. Einen Grund für die Rückgänge beim Bereich Gefrieren könne Janovsky nur vermuten: Die Konsumenten greifen vermehrt auf Kombigeräte zurück, die meist Kühl- und Gefrierteil beinhalten. Auch der Bedarf an Großgeräten geht zurück, möglicherweise durch vermehrte Einzel- oder kleinere Haushalte.
 

Die Kleingeräte geben mächtig Dampf

Die Kleingeräte sind wie im letzten Jahr das am schnellsten wachsende Segment der Konsumgüterbranche im FEEI gewesen: "Mit Plus sieben Prozent wertmäßig und plus vier Prozent mengenmäßig hat der Handel ein Zugpferd in Sachen Attraktivität und Frequenz“, freut sich Thomas Poletin, Branchensprecher des Elektrokleingeräteforums.

Einen Espresso bitte, mit 25 Prozent!

Besonders angezogen haben wieder Espressomaschinen – davon wurden rund ein Viertel des Umsatzvolumens generiert – dieser Bereich boomte ebenso wie im letzten Jahr und konnte heuer ein leichtes Plus verzeichnen. Bei den Küchengeräten haben Entsafter mit 33 Prozent die Nase vorn; im Körperflegebereich sind Bartschneider (plus 24 Prozent) und Mundhygienegeräte (Plus 21 Prozent) sehr gefragt gewesen.

Starkes Halbjahr für die DVB-Branche
 

Die DVB-Branche hat ein besonders starkes erstes Halbjahr hinter sich: Umsatzmäßig legte man um 25 Prozent mehr zu, stückzahlenmäßig wurden über 300.000 Receiver abgesetzt - also ein Plus von 37 Prozent. Ausschlaggebend hiefür waren die Absätze bei HDTV-Kabel-Receivern, die gleich um 120 Prozent bei den Stückzahlen zulegten.

Zurückzuführen ist diese Entwicklung hauptsächlich durch die Analog-Abschaltung. So werde es freilich nicht weitergehen -  Branchensprecher Christian Koller rechnet bis Ende des Jahres dennoch mit mehr als 550.000 verkauften Geräten.

 

Mit den Größen geht’s weiter hinauf

Branchensprecher Christian Blumberger präsentiert die Zahlen im UE-Bereich: „Wir haben zwar einen leichten Rückgang verzeichnet, aber auf hohem Niveau.“ Heutzutage gäbe es doppelt so viele Fernseher in den österreichischen Haushalten wie noch vor zehn Jahren, im Durchschnitt besitze ein Haushalt zwei Fernseher.

Plasma out, OLED in Startlöchern

Die Sättigung bei den flachen Fernsehern sei mittlerweile vollständig erreicht; Unterschiede zeigen sich in der Bildtechnolgie: Plasma-Fernseher machen mittlerweile nur mehr einen Anteil von vier Prozent am Gesamtmarkt aus – hier wurde im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 36 Prozent verzeichnet. Lediglich 15.0000 Stück wurden hierzulande veräußert. LED ist mittlerweile die größte Technologie und mit 75 Prozent Marktanteil vertreten.

Durchschnittspreis der Geräte steigt, von "Preisverfall" keine Rede

„Generell muss man sagen: Der Konsument gibt auch mehr Geld aus. Von einem sogenannten Preisverfall kann keine Rede sein. Mit 640 Euro ist der Durchschnittspreis der Geräte steigend," so Blumberger. Der Konsument wolle einen Mehrwert durch Content am TV usw. haben und sei daher bereit, hochwertige TV-Geräte zu kaufen.

Web-Content auf jedem zweiten verkauften Gerät

Mittlerweile ist laut Blumberger bei jedem zweiten veräußerten Gerät der Zugriff auf Web Content möglich. Davon nutzen ein Drittel der Käufer die Inhalte tatsächlich. Was die Größe anbelangt, heißt es weiterhin: Große Zollgrößen sind in. So verbuchte man bei Geräten mit 55 Zoll einen Zuwachs von 80 Prozent.

 

 

 

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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