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FEEI-Studie: Von 800 fehlenden Technikern und einer sich verschärfenden Situation

15.01.2013

Der FEEI hat eine aktuellen Studie, die sich mit dem vorherrschenden Fachkräftemangel beschäftigt, vorgestellt. Die ernüchternde Bilanz: in der Elektro- und Elektronikindustrie fehlen bis zu 800 Techniker. Die Situation wird sich in den kommenden zwei Jahren noch verschärfen, ist Monika Kircher, stellv. Präsidentin des FEEI, überzeugt. Die Rekrutierung ist nämlich alles andere als einfach, insbesondere innerhalb der weiblichen Techniker-Schar.
 

Die Studie "Mitarbeiterqualifiaktion in der Elektro- und Elektronikindustrie", durchgeführt vom Industriewissenschaftlichen Institut, bringt es nochmal Schwarz auf Weiß: 90 Prozent der Unternehmen haben Probleme damit, ihre technischen Positionen zu besetzen – ihnen fehlen bis zu 800 Techniker. Der Frauenanteil ist dabei gering – lediglich acht Prozent der Fachkräfte sind Frauen. Gleichzeitig würden jedoch 87 Prozent der Unternehmen einen höheren Frauenanteil begrüßen. 
 
"Zumindest Maturaniveau" erschwert Suche

Diese Situation wird sich laut Kircher noch weiter verschärfen: "Jedes dritte Unternehmen erwartet in den kommenden zwei Jahren, dass es noch schwieriger wird - vor allem bei der Suche nach TechnikerInnen, die zumindest Maturaniveau besitzen".

Der Geschäftsführer des Industriewissenschaftlichen Institutes, Herwig Schneider, erläutert, wo es besonders eng wird: "Die Suche nach technischem Personal für die Bereiche R&D, Elektrotechnik, Mikroelektronik, technische Physik und Leistungselektronik stellt die Unternehmen vor besondere Herausforderungen." Bei der Studie wurden Tiefeninterviews durchgeführt, sodass derartig konkrete Angaben gemacht werden können.

Mehr Technikerinnen sollen her!

Die Branche tut viel für Technikerinnen, ist sich Kircher sicher. Doch das werde nur wenig bis gar nicht angenommen. Der FEEI betont, dass es bereits „erfolgreiche Gegenstrategien“ zum Fachkräftemange gäbe: Weiterbildung, Weiterbildung und Weiterbildung. Wirtschaft und Bildungseinrichtungen müssten aber auch gemeinsam an einem Strang ziehen.
 

Nicht nur in klassischen Technik-Abteilungen gern gesehen

TechnikerInnen sind in der Elektro- und Elektronikindustrie nicht nur in klassischen Technik-Abteilungen wie Produktion, Konstruktion oder F&E beschäftigt, sondern sind auch im Einkauf, Vertrieb oder Marketing gern gesehen. "Die Studie zeigt für mich deutlich, dass eine technische Ausbildung eine sehr gute Investition in die berufliche Zukunft ist, und dass damit alle Türen offen stehen. Auch auf der Managementebene schätzt man die Qualifikationen von technisch gebildeten MitarbeiterInnen", so Lothar Roitner, Geschäftsführer des FEEI.

HTL-, Uni-, und FH-Absolventen gefragt 

Je höher die Ausbildung, desto zufriedener sind die Unternehmen mit der Qualität. Im Ranking ganz vorne liegen AbsolventInnen von HTLs mit 91 Prozent. Gefolgt von Universitäts- und FH-AbsolventInnen mit einer Zufriedenheit von 79 Prozent bzw. 74 Prozent. Dringenden Handlungsbedarf sehen die Unternehmen jedoch bei der Ausbildungsqualität von Berufsschulen, denn ein Viertel der Betriebe ist damit überhaupt nicht zufrieden und nur 11 Prozent sind sehr zufrieden. Bemängelt werden hier - neben fehlenden fachlichen Kompetenzen und Grundkompetenzen - besonders soziale Defizite.

Zur Studie

 
Im Rahmen der quantitativen Erhebung wurden vorigen Sommer 92 Fragebögen ausgewertet, dies entspricht einer Rücklaufquote von 36%. Die Studie ist somit repräsentativ für die Branche. Die Ergebnisse dieser schriftlichen Befragung wurden durch 18 Tiefeninterviews ergänzt, wobei diese aufgrund der Struktur ebenfalls die Branche widerspiegeln. Abschließend wurden im Dezember 2012 Telefoninterviews zu den Fragen Technikermangel und Diversity-Management durchgeführt.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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