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Elektro-Konzession hat man keine, dafür aber einen Lukas Gruber ...

Falsche Elektro-Notdienste: Ö1-Konsumentenmagazin warnt vor Abzocke

26.03.2019

Bislang sind‘s ja hauptsächlich Schlüssel-Notdienste, die dank unseriöser Anbieter einen eher üblen Ruf genießen. Jetzt mehren sich aber auch die Fälle im Elektrobereich. Eine Konzession ist zwar meistens nicht vorhanden, dafür aber gibt’s für die Kunden eine saftige – überteuerte – Rechnung.

... der bei www.schlossauf.at Matthias Wagner heißt. Ein echtes Universalgenie.

Es passiert grundsätzlich immer zur unpassendsten Zeit – beispielsweise am Wochenende oder in der Nacht. Der Strom ist weg, die Wohnung kalt. Also schnell mal Dr. Google befragt. Ganz oben auf der Trefferliste, die Firma Elektro-hilfe.at.

Eine Konsumentin hat sich mit dieser in telefonisch in Verbindung gesetzt: 20 Euro für die Anfahrt, 50 bis 100 Euro für die Arbeit. Klang gar nicht mal so schlecht. Aber es sollte anders kommen.

Als der vermeintliche Elektriker am Ort des Gebrechens auftaucht, meint er, dass der FI-Schutzschalter defekt sei und dieser unbedingt getauscht werden müsse. Klang auch nicht so schlimm, deswegen wurde der Auftrag auch unterschrieben. Der Elektriker tauschte den FI und legte danach die Rechnung vor. Plötzlich kostete die Anfahrt 40 Euro, die Arbeitszeit 196 Euro und der FI-Schalter 265 Euro – alles ohne Mehrwertsteuer. Die Kundin, unsicher und eingeschüchtert, zahlte schließlich nach langem hin und her.

Am nächsten Tag die Ernüchterung: die Kundin fand heraus, dass der FI-Schalter höchstens 100 Euro kosten dürfte. Sie reklamierte daraufhin bei der Firma – ohne Antwort. Ein Impressum gab’s auf der Webseite ebenfalls nicht.

Warnung vor www.elektro-hilfe.at

Die Watchlist Internet, eine Informationsplattform zu Onlinebetrug, verfolgt die Aktivitäten der besagten Firma bereits länger. Der Internetauftritt des Unternehmens wirkt zwar seriös, die Reparaturen seien aber mangelhaft und teuer. Wer wirklich dahinter steckt, bleibt im Dunkeln, sagt Thorsten Behrens, Projektleiter bei Watchlist Internet gegenüber dem ORF. „Leider kann man das Geld in diesem Fall nur abschreiben. Man hat keine Möglichkeit, das irgendwie zu verfolgen und wiederzubekommen“, so Behrens.

Ein Fall für die Innung?

Mitnichten. Mehr als die schwarzen Schafe anzeigen, kann auch die Innung nicht. Derzeit laufen 15 Verfahren. Aber: „Das Problem ist, dass die Innung nur eine Verwaltungsübertretung anzeigen kann, wenn sich jemand fälschlich als Elektriker ausgibt“, so Gottfried Rotter. Gegen Betrug und Sachwucher kann die  Innung nicht vorgehen. Hier muss der Geschädigte selbst Anzeige erstatten.

Überhaupt agiert www.elektro-hilfe.at sehr perfide: Auf der Webseite wirbt man nämlich mit dem Hinweis „WKO geprüft und qualifiziert“. „Wenn jemand auf seine Homepage WKO-geprüft schreibt, heißt das noch nicht, dass es auch WKO-geprüft ist“, so Rotter weiter.

Tipp von Watchlist Internet: Wenn möglich sollte man sich die Auto-Kennzeichen notieren. Das wissen allerdings auch die Betrüger und parken daher absichtlich weiter entfernt. Hat man augenscheinlich einen betrügerischen Notdienst erwischt und es steht jetzt gerade eine dubiose Zahlung an, wäre es eine weitere Möglichkeit, die Polizei zu Hilfe zu rufen.

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Im Folgenden das komplette Programm samt Termin- und Ortsangabe.

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