Direkt zum Inhalt
Der Fachverband Telekom wünscht sich noch für das Jahr 2017 eine Evaluierung der EU-Kommission– mit dem Roaming-Wegfall nähme der heimische Mobilfunkmarkt Schaden.

Fachverband Telekom: Schieflage für heimische Mobilfunkanbieter seit Roaming-Wegfall

19.10.2017

Der Fachverband fordert eine Evaluierung seitens der EU-Kommission noch 2017 – sonst drohe eine nachhaltige Schädigung des heimischen Mobilfunkmarktes.

Seit dem Wegfall der Roaming-Entgelte innerhalb der EU im Juni 2017 können Reisende zu denselben Bedingungen wie zu Hause Telefonieren und Surfen. Aktuelle Zahlen zeigen deutlich, dass diese neuen Freiheiten auch bereitwillig aufgegriffen wurden: Insbesondere mobiles Internetsurfen ist seit Juni 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sprunghaft gestiegen.

Während allerdings für Nutzer die Rechnung voll aufgegangen ist, zahlen heimische Mobilfunkunternehmen durch die neue Regelung drauf, da der EU-Gesetzgeber verabsäumt hat, so der Fachverband Telekom, im gleichen Ausmaß die Vorleistungskosten für heimische Mobilfunkanbieter im Ausland zu senken.

Die Folge: Heimische Anbieter müssen bei jedem Download und Anruf im EU-Ausland bis zu fünf Mal mehr zahlen als im Inland, während die Endkundentarife gleichbleiben.

Dazu Philipp Graf, Geschäftsführer des Fachverbandes Telekom/Rundfunk in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ): „Dadurch subventionieren heimische Anbieter und Kunden den Mobilfunksektor in den Nachbarstaaten zulasten der Weiterentwicklung von Services im Inland.“

Gerade in Österreich – geprägt von starkem Wettbewerb im Mobilfunksektor und niedrigen Tarifen – wirke sich diese Schieflage negativ aus, so Graf.

Deshalb müsse seitens der EU-Kommission die für die kommenden Jahre in Aussicht gestellte Evaluierung der Folgen – auf Basis der Erfahrungen im ersten Quartal nach Einführung von Roaming like at home – unbedingt noch 2017 durchgezogen werden, sonst drohe eine nachhaltige Schädigung des heimischen Mobilfunkmarktes zu Lasten von Anbietern und Kunden, heißt es aus dem Fachverband.

Ziel müsse es sein, die Einkaufspreise ebenso umgehend auf nationales Niveau like at home zu senken.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Werbung

Weiterführende Themen

Multimedia
31.08.2016

Jahrelang profitierte Apple aus Sicht der EU-Wettbewerbshüter von unrechtmäßigen Steuererleichterungen in Irland. Das Geld soll der US-Konzern nun nachbezahlen. Die EU-Kommission fordert von Apple ...

Christian Holzleitner, der Assistent des Generaldirektors für Klimapolitik der EU-Kommission referierte in Wien zu den neuen Rechtsetzungsvorschlägen für eine kohlenstoffarme Wirtschaft.
E-Technik
25.07.2016

Die Kommission legt heute ein Paket von Maßnahmen vor, mit denen die Verringerung der CO-Emissionen in allen Branchen der europäischen Wirtschaft beschleunigt werden soll.

Branche
09.06.2016

Die EU-Kommission will weiterhin den grenzüberschreitenden Online-Handel forcieren. 2017 soll das Geoblocking abgedreht werden. Für Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands, eine „ ...

Branche
18.05.2015

Die EU-Kommission leitete letzte Woche eine kartellrechtliche Untersuchung zum Wettbewerb im elektronischen Handel ein. Denn für EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager würden Endkunden beim ...

Branche
06.12.2013

EU-Ermittler haben wegen des Verdachts unerlaubter Absprachen die Geschäftsräume von Elektronikunternehmen in mehreren EU-Staaten durchsucht. Namen wurden zwar nicht genannt, gegenüber der Finanz- ...

Werbung