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Ex-Online-Star Pixmania vor dem Abgrund: Dixons will „verkaufen oder zudrehen“

25.06.2013

So schnell kann’s gehen. Vor einigen Jahren noch ein Vorzeigeunternehmen des noch jungen eCommerce-Booms, heute ein ungeliebtes Anhängsel des Media-Saturn-Konkurrenten Dixons. Nachdem man bereits im März in zwölf Ländern den Stecker gezogen hat (unter anderem auch in Österreich), sucht die britische Elektro-Kette weiter verzweifelt nach einem Käufer. Wird keiner gefunden, soll auch die Schließung des eTailers „eine Option“ sein. Ach ja, und Pampers verkauft Pixmania auch…

2011/12 war man noch knapp dran, an der Umsatzmilliarde. 733 Mio. Euro spülte Pixmania damals in die Kassen seiner Besitzer. Danach ging’s aber rasch bergab. Vorläufiger Tiefpunkt: im März dieses Jahres zog man sich aus zwölf internationalen Märkten zurück und die schwedische Pixmania-Tochter Webhallen wurde für 16,3 Mio. Euro an die norwegische Komplett-Gruppe verkauft. Insgesamt wurde der einstige Online-Superstar nur noch mit 45 Mio. Euro bewertet.

2012/13 schrieb bzw. schreibt Pixmania einen Verlust von 46 Mio. Euro, haben Analysten berechnet. Da wundert es auch wenig, dass die britische Retail-Kette Dixons, die seit vergangenen August das Management voll übernommen hat, das ungeliebte Kind loswerden will. „Wir wären sehr interessiert daran, das Unternehmen zu verkaufen“, sagte Dixons Finanzchef Humphrey Singer. „Da ich aber denke, dass es sehr schwierig sein wird, Pixmania in Frankreich zu schließen, wollen wir zuerst alle andere Möglichkeiten ausschöpfen, eine Option ist die Schließung aber.“ Dixons-CEO Seb James ergänzt wenig schmeichelhaft: „Wir wollen keine Sachen wegwerfen, wenn wir nicht unbedingt müssen.“

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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