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Europa auf dem Weg zu Digitalradio DAB+

25.11.2016

Die internationale Radiobranche versammelte sich in Wien: Österreich ist gemeinsam mit Europa auf dem Weg zu DAB+, auch wird auf die Zusammenarbeit von öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunksendern gepocht.

Der Verein Digitalradio Österreich betont die Notwendigkeit für mehr Programmmöglichkeiten, Förderungen und verbindliche Normen für Empfangsgeräte.

Die internationale Radiobranche versammelte sich in Wien: Anlass war die Generalversammlung des WorldDAB Forum, des internationalen Branchenverbands für digitalen Rundfunk. Mehr als 200 Teilnehmer – darunter politische Entscheidungsträger, Sendeanstalten und Vertreter der Industrie – diskutierten in Wien die wachsende Dynamik in der Einführung von DAB+ als Digitalfunkstandard in ganz Europa und darüber hinaus.

Dazu Wolfgang Struber, Obmann-Stellvertreter des Vereins Digitalradio Österreich: „Das Bild, das Vertreter aus Deutschland, Norwegen, Großbritannien oder Frankreich über ihre Fortschritte mit Digitalradio zeichneten, ist für Österreich vor dem Hintergrund der jüngsten Entscheidung der Regulierungsbehörde über eine flächendeckende Ausschreibung von besonderer aktueller Bedeutung.“

Digitalradio in Österreich befindet sich derzeit im zweiten Pilotjahr, 15 Sender sind mit an Bord. Der Fokus wird aktuell auf die Entwicklung von Daten-Zusatzdiensten, Verkehrsinformationen sowie auf Zivilschutz bzw. Katastrophenwarndienste (EWS) gelegt.

Konkret fordert der Verein Digitalradio Österreich für private Hörfunkbetreiber die Möglichkeit, von mehr als zwei Programmen pro Veranstalter, für den öffentlich-rechtlichen Hörfunk – zusätzlich zu den bestehenden nationalen Programmen – maximal zwei weitere bundesweite, nicht regionalisierbare, werbefreie Programme. Struber: „Für die Zeit des Simulcasts ist zudem eine Erhöhung der Dotierung des Digitalisierungsfonds von derzeit 500.000 auf 1,2 Mio. Euro pro Jahr sinnvoll.“

Graham Dixon, Head of Radio in der European Broadcasting Union (EBU), umreißt die europäische Linie: „Radio ist in ganz Europa ein unglaublich erfolgreiches Medium. Aber UKW ist wie ein Gefängnis, es verhindert die Entwicklung der Mediengattung Radio. Die Frequenzen sind belegt, es entstehen keine neue Ideen, keine neuen Programme. Die drei größten Vorteile von DAB+ hingegen ermöglichen eine marktfreundliche Umgebung: mehr Vielfalt, mehr Dienste, mehr Innovation.“ Und schließlich resümiert Dixon: „DAB+ ist wie eine halbfertige Autobahnbaustelle. Nun ist es Zeit, die Straßen europaweit fertigzubauen.“

Helwin Lesch, Leiter Planung und Technik, Bayrischer Rundfunk: „In Deutschland sind 19 Prozent der verkauften Geräte bereits DAB+ fähig, in Bayern sogar 40 Prozent.“

Derzeit arbeitet Deutschland an einer Roadmap für den Übergang von analog zu digital. Laut einer Einschätzung der ARD erreicht die Netzabdeckung die Mindestversorgung bereits im Jahr 2019.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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