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Bald schon soll, geht es nach der EU, jedes neue Haus eine eigene Elektrotankstelle haben.

EU plant Elektroauto-Ladestation in jedem neuen Haus

14.10.2016

Bis zum Jahr 2050 werden laut Prognosen 80 Prozent aller Autos elektrisch betrieben werden. Die EU möchte den gewaltigen Energiebedarf durch Ladestationen vor Ort erfüllen, Probleme entstehen möglicherweise aber auch durch erhöhte SO2-Emissionen.

Der Guardian meldet, dass die EU plant, europaweit deutlich mehr Ladestationen zum Betrieb von Elektroautos zu installieren – die Automobilhersteller begrüßen das. So soll jedes neue oder renovierte Haus in Europa dem EU-Entwurf zufolge mit einer Elektroauto-Ladestation versehen werden – diese Richtlinie könnte schon im Jahr 2019 in Kraft treten. Bis zum Jahr 2023 sollen zudem zehn Prozent aller Parkplätze bei Gebäuden, die neu errichtet werden, Elektroauto-Ladestation haben.

Der EU dient hierbei Norwegen und die Niederlande als Vorbilder, wo ein regelrechter Elektroauto-Boom stattfindet – beide Länder planen, Autos mit Dieselmotoren bis zum Jahr 2025 komplett von den Straßen verbannt zu haben.

Neben einer größeren Reichweite und einem höheren Komfort von Elektroautos sollen die zusätzlichen Aufladestationen laut Guardian Fahrzeugen auch ermöglichen, Strom allenthalben auch wieder ins Netz rückeinzuspeisen: In einer möglichen Zukunft stellen Elektroautos Energie für Europas Stromnetz zur Verfügung – nämlich genau dann, wann es Schwankungen nach unten seitens der erneuerbaren Energien gibt, etwa wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht bläst.

Freilich gibt es in diesem Modell auch Schattenseiten: Eine massive Aufwertung des Elektroauto-Marktes brächte auch den Nachteil mit sich, dass Sulphur-Dioxide (SO2) deutlich anstiegen. Ein aktueller Report der European Environment Agency (EEA) geht davon aus, dass sich bis zum Jahr 2050 die SO2-Emissionen bei einem wachsenden Elektrofahrzeugsektor verfünffachen (!) würden. Die Umweltbehörde EEA schlägt daher Minderungsmaßnahmen vor, um die Schwefeldioxide zu reduzieren.

Zentraler Punkt für die EEA ist der zusätzliche Strombedarf für die Elektroautos: die Versorgungskapazitäten werden dadurch dramatisch belastet werden. Martin Adams von der EEA propagiert saubere, erneuerbare Quellen – einige grundlegende Entscheidungen seien erforderlich, um ein nachhaltigeres Energiesystem in Europa zu entwickeln.

Eine Lösung hätte hier Guillaume Berthier anzubieten, er ist Verkaufs- und Marketing-Direktor für elektrische Autos bei Renault, die jüngst ein Elektroauto mit 250 km Reichweite vorgestellt haben: „Ich persönlich denke, die Zukunft wird um die lokale Speicherung mit einer sogenannten Second Life Batterie gebaut werden.“

Verbrauchte Fahrzeugbatterien enthalten immer noch Restenergie, welche mit Energie aus vor Ort vorhandenen Wind- und Stromgeneratoren kombiniert werden kann – einem kaufmännischen Denken geschuldet, könnte diese Stromkombination zu Spitzenzeiten wieder ins Netz zurück verkauft werden.

Renault ist mit Unternehmen wie Connected Energy in strategische Second-Life-Projekte involviert und im vergangenen Monat hat BMW ein 2MW-Kraftwerk in der Nähe von Hamburg eröffnet, welches 2.600 gebrauchte Batterien von Elektrofahrzeugen verwendet.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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