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Etappensieg für Metro im Machtkampf um Media-Saturn

19.08.2014

Im Machtkampf um Europas größte Elektronikhandelskette Media-Saturn hat der Handelsriese Metro vor Gericht einen Etappensieg erzielt. Der von dem Mehrheitsgesellschafter an die Media-Saturn-Spitze entsandte Manager Pieter Haas könne auf seinem Posten bleiben, entschied das Landgericht Ingolstadt.

Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals hatte versucht, Haas mit juristischen Mitteln aus dem Amt zu drängen. Metro habe aber nach dem Gesellschaftervertrag bei Media-Saturn das Recht, Geschäftsführer zu bestellen, sagte der Vorsitzende Richter Konrad Kliegl. Metro habe damit auch "die Befugnis, jemand zu bestellen, der dem anderen nicht passt". Aus diesem Grund bestehe für die Kellerhals-Gesellschaft Convergenta auch "kein Anspruch, Herrn Haas die Ausübung der Tätigkeit als Geschäftsführer zu verbieten".

Kellerhals wirft Haas unter anderem vor, einseitig Interessen der Metro zu vertreten und kein Konzept für die Zukunft der Kette zu haben. Haas, der neben seinem Posten in Ingolstadt auch noch Vorstandsmitglied der Metro ist, gebe "ein Interview nach dem anderen, in dem er sich jeweils brüstet, angeblich eine neue Strategie zu haben", erklärte Kellerhals auf seiner Internet-Seite: "Bei genauem Hinsehen entpuppt sich vieles aber nur als heiße Luft." Die Mitarbeiter in der Media-Saturn-Zentrale seien unter Haas Führung "demotiviert und orientierungslos".

Metro hatte den 50-jährigen Haas im Mai als stellvertretenden Vorsitzenden und Interimschef in den Media-Saturn-Vorstand entsandt. Zuvor hatte Media-Saturn-Chef Horst Norberg entnervt das Handtuch geworfen, Kellerhals hatte im Internet mit einer Stellenanzeige nach einem Nachfolger für ihn gesucht. Haas hat nun im Media-Saturn-Vorstand das Sagen, ein Nachfolger Norbergs muss von den zerstrittenen Parteien Metro und Kellerhals gemeinsam ernannt werden - Insidern zufolge dürfte dies noch viel Zeit in Anspruch nehmen.

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