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Es ist Osterzeit: Zuerst kommen die Einkaufszentren, dann – vielleicht – auch die Eier

02.04.2007

RegioPlan warnt vor dem "Shopping-Fieber", das im Süden Österreichs ausgebrochen zu sein scheint. Vertagt wurde unterdes die Entscheidung über ein Einkaufsdorf in Ort im Innkreis. Diese soll nun nach Ostern fallen.

Den Anfang machte das Atrio in Villach: Seit November 2005 wurde das Shopping-Center mit 24 Geschäften im Teilbetrieb geführt, seit Beginn letzter Woche bietet man zur Neueröffnung auf 28.000 qm Verkaufsfläche 82 Shops und Gastronomiebetriebe (Bild des Modells siehe unten).
Spar Österreich investierte als Errichter und Betreiber mehr als 94 Mio. Euro in das Projekt. Das Motto: "Shopping senza confini", also Einkaufen ohne Grenzen. Gezielt sollen so neben Kärnten auch Konsumenten aus Slowenien und der Region Friaul/Julisch-Venetien angesprochen werden.

Wie das Atrio beherbergt der Murpark in Graz eine Cosmos-Filiale. Nach 24 Monaten Bauzeit präsentierte sich das Center in Graz-Liebenau am 21. März als überdachte Einkaufsstraße mit 72 Shops und Gastronomiebetrieben auf 36.000 qm. Errichter ist auch hier Spar, wobei die Stadt Graz im Rahmen eines Private-Public-Partnership-Projektes einiges an Vorleistungen erbracht hat: Bereits 2004 erfolgte der Anschluss der Ostbahnstraße an den A2-Autobahnzubringer Graz-Ost, auch die Straßenbahnlinie 4 wurde bis zum Murpark hin erweitert.

EKZ-Dichte in Graz höher als in Wien

Bereits jetzt liegt die Shopping Center-Fläche pro Einwohner in Graz deutlich über der in Wien, trotzdem sollen noch fünf weitere Projekte kommen. "Werden alle Projekte realisiert, wird sich die Shopping-Center-Dichte in Graz verdoppeln", rechnet RegioPlan-Geschäftsführer Wolfgang Richter vor. "Das Potenzial ist begrenzt. Dementsprechend kann man nicht davon ausgehen, dass alle Center auf Dauer erfolgreich sein werden." Erfahrungsgemäß würden aber auch nicht alle Projekte tatsächlich realisiert.

Ob ein geplantes Einkaufsdorf in Ort im Innkreis zu den nicht-realisierten Projekten zählen wird, wie viele Händler im Raum Schärding und Ried hoffen, ist derzeit nicht klar. Weil Teilgutachten fehlen, wird erst nach Ostern entschieden, ob gebaut werden darf. Thomas Hager will für Investoren ein 48.000 qm großes Einkaufsdorf mit rund 120 Geschäften errichten - für 20.000 Kunden pro Tag.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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