Direkt zum Inhalt

Erpressung & Datenklau bei jedem fünften Online-Händler: Dunkelziffer höher

05.06.2014

Viele Online-Händler schützen einer deutschen Studie zufolge die Daten ihrer Kunden nicht ausreichend. Ein Drittel der befragten Unternehmen (32,7 Prozent) machte bereits Erfahrungen mit Erpressung, Datendiebstahl oder gehackten Internet-Shops, wie eine vom Institut ibi research an der Universität Regensburg veröffentlichte Untersuchung ergab.

Die Online-Händler setzen demnach verstärkt auf Gütesiegel. Die Experten kritisieren jedoch, dass Mitarbeiter nicht genügend eingebunden werden. Bereits 18,8 Prozent der Online-Händler wurden der Studie zufolge erpresst, 19 Prozent wurden sensible Daten entwendet und von 19,7 Prozent der Unternehmen wurden die Online-Shops gehackt. Die Dunkelziffer dürfte erheblich höher sein, vermutete das Forschungsinstitut. Insbesondere beim Datendiebstahl müsse davon ausgegangen werden, dass viele Händler gar nicht bemerkten, dass ihnen wichtige Daten entwendet worden seien.

 

Viele Händler setzen nun auf Gütesiegel. Bereits 41,3 Prozent der in Deutschland befragten Unternehmen verwenden ein solches Siegel, weitere 35,2 Prozent der Händler planen eine Zertifizierung. Allerdings bestehen nur in gut der Hälfte (55,3 Prozent) der Unternehmen mit Gütesiegel Anweisungen für die Mitarbeiter zu Informationssicherheit und Datenschutz. Ein adäquater Umgang mit diesen Themen setzt aber immer auch die Einbeziehung der Mitarbeiter voraus, erklärte das Institut.

 

Unter den Online-Händlern bestehe bei Informationssicherheit und Datenschutz "eine große Diskrepanz zwischen Bewusstsein und Handeln", kritisierte Projektleiter Tobias Lehner. Viele seien sich durchaus bewusst, dass sie sich mehr mit diesen Themen beschäftigen müssten. Oft fehle jedoch das "nötige Grundlagenwissen, um effektiv und effizient zu handeln".

 

Insbesondere die kleinen Online-Händler gingen zu "unbedarft" an das Thema heran, erklärte Lehner. Dies führe dann dazu, "dass Informationssicherheit viel zu hemdsärmelig und ohne erkennbares Konzept verfolgt wird". Aber auch bei größeren Händlern gebe es Probleme. Die Ausrede, dass das schon immer so funktioniert habe, schütze auch große Online-Händler nicht vor Angreifern. Für die Studie wertete das Institut 119 Fragebögen von Online-Händlern und deren Mitarbeitern aus.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
Werbung

Weiterführende Themen

Branche
12.09.2013

Der Einzelhandel ist branchenübergreifend nach wie vor geprägt durch den stationären Vertrieb. Das besagt eine aktuelle Studie von EHI und Statista, die in Deutschland durchgeführt wurde. So ...

Branche
28.05.2013

Worüber viele Händler klagen, unterstreicht jetzt eine deutsche Studie. Immer mehr Kunden machen sich in Geschäften schlau und kaufen dann im Internet. Besonders leidet der Elektrohandel. So soll ...

Branche
22.05.2013

Eine „Bedrohung“ für den E-Commerce sei die EU-Datenschutzrichtlinie. Das sagen die Vertreter der European Multichannel and Online Tradind Association (EMOTA). Vor allem, dass gezielte Werbe- ...

Branche
11.12.2012

Österreicher kaufen im Internet am liebsten per Rechnung. Das sagt eine GfK-Studie. Online-Shops würden diese Zahlungsvariante aber nur selten anbieten, was wiederrum Umsatz kostet. Internet-Shops ...

Branche
09.10.2012

Entwicklungen im Online-Handel laufen genau gegenläufig zur Evolution: Nicht die wendigen Säugetiere, sondern die Dinos fressen sich die Wampe voll. Eine aktuelle Untersuchung des E-Commerce in ...

Werbung