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Ende eines Online-Abenteuers: Britische Dixons-Kette verscherbelt Online-Händler Pixmania

10.09.2013

„Verkaufen oder zudrehen“ hieß es noch im Juni. Jetzt scheint die britische Retail-Kette Dixons aber einen „abenteuerlustigen“ Investor fürs ungeliebte Online-Kind Pixmania gefunden zu haben. „Wir haben ein unwiderrufliches Angebot zur Übernahme von Pixmania erhalten“, war Dixons-Konzernchef Sebastian James die Freude geradezu ins Gesicht geschrieben. Trotzdem muss man zum Abschied nochmals tief in die Tasche greifen. Aber wie heißt’s doch so schön: lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende…

Und für (finanzielle) Schrecken hat der ehemalige Online-Shootingstar Pixmania in den letzten Jahren schließlich genug gesorgt. So gab der Umsatz im vergangenen Jahr um über 30 Prozent auf rund 357 Mio. Britische Pfund (ca. 424 Mio. Euro) nach, die Verluste summierten sich zuletzt auf gut 31 Mio. Pfund (37 Mio. Euro). Zudem investierte Dixons rund 169 Mio. Pfund (200 Mio. Euro) in die Restrukturierung der Onlinehandelssparte.

 

Weitere 69 Mio. Pfund für Sanierungsmaßnahmen wird Dixons außerdem jener deutschen Beteiligungsgesellschaft vermachen, die sich nun ans Pixmania-Abenteuer wagt. Die Verantwortlichen der mutares AG glauben jedenfalls an eine erfolgreiche Zukunft. "Wir sind fest davon überzeugt, dass Pixmania ein fundamental starkes Geschäft hat, um langfristig in den bedienten Märkten erfolgreich zu sein", kommentiert mutares-Manager Aurélien Fauvel. Zuvor muss man seine Pläne aber noch mit dem Betriebsrat abstimmen, der in Frankreich (Pixmania hat seinen Hauptsitz in Frankreich, Anm.) traditionell eine sehr starke Position inne hat.  

 

Übrigens: die Dixons-Gruppe trennt sich nicht nur von Pixmania sondern auch von seinen 32 Ladengeschäften der türkischen ElectroWorld. Auch diese hat erhebliche Verluste eingefahren und wird nun von der türkischen Bimeks-Gruppe übernommen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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