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Jubiläums-Pressekonferenz anlässlich 10 Jahre Elektroaltgeräte-Verordnung (v.l.n.r.): Wolfgang Krejcik, Bundesminister Andrä Rupprechter, Elisabeth Giehser, Josef Moser

Elektroaltgeräte-Verordnung: 10-jähriges Jubiläum

22.09.2015

Die Elektroaltgeräte-Verordnung gibt es nunmehr seit zehn Jahren. Die Koordinierungsstelle spricht von einer „Erfolgsgeschichte“: In der Abfallvermeidung liegen wir international im Spitzenfeld. 

Vor zehn Jahren ist die Elektroaltgeräte-Verordnung (EAG-VO) der EU in Kraft getreten, die eine getrennte Sammlung und Verwertung von Elektroaltgeräten vorschreibt. Zur Umsetzung der EAG-VO wurde in Österreich die Elektroaltgeräte-Koordinierungsstelle (EAK) gegründet, die nun ebenfalls auf ein 10-jähriges Bestehen zurückblicken kann.

Bundesminister Andrä Rupprechter (ÖVP) sagte im Rahmen der Jubiläums-Pressekonferenz der EAK: „Seit 10 Jahren leistet die Koordinierungsstelle hervorragende Arbeit im Bereich der Altgerätesammlung, es wurden rund 700.000 Tonnen Altgeräte an die entsprechenden Behandlungsbetriebe weitergegeben.“

Österreich liege in der Abfallvermeidung international im absoluten Spitzenfeld, so Rupprechter. Die nachhaltig verwerteten Elektrogeräte dienen der österreichischen Wirtschaft als wertvoller Rohstoff, „sie liefern einen großen Beitrag im Aufbau unserer Kreislaufwirtschaft und entlasten unsere Umwelt durch niedrigere CO2-Emissionen“, so der Bundesminister weiter.

Seit dem Inkrafttreten der Elektroaltgeräte-Verordnung bis zum heutigen Tag wurden in Österreich allein im Rahmen der Haushaltssammlung rund 700.000 Tonnen Altgeräte erfasst und an Behandlungsbetriebe weitergegeben. Damit wurden insgesamt rund 240.000 t Eisen, rd. 80.000 t Kupfer und rd. 35.000 t Aluminium wieder dem Wirtschaftskreislauf zugeführt (Quelle: BOKU). Neben dieser großen Ressourceneinsparung für die österreichische Wirtschaft ergibt das umgerechnet eine Reduktion von rd. 750.000 t CO2-Äquivalente für die Umwelt.

Aktuelle Sammelergebnisse

Wolfgang Krejcik, Vorsitzender des Aufsichtsrates der EAK: „Auch das Geschäftsjahr 2014 weist erneut konstant hohe Sammelmengen auf.“ Mit einer Sammelmenge von 76.736 t Haushaltselektro- und Elektronik-Altgeräten sowie 2.096 t Altbatterien (+ 6,1 % zu 2013) sei es in Österreich erneut gelungen, die Position im europäischen Spitzenfeld zu halten.

Elisabeth Giehser, EAK-Geschäftsführerin, ergänzt: „Mit 9,13 Kilo gesammelter Elektroaltgeräte pro Kopf und Jahr konnten wir die Sammelquote sogar noch etwas gegenüber dem Vorjahr steigern. Besonders erfreulich im Geschäftsjahr 2014 ist der neuerliche Anstieg der Sammelquote bei Kleingeräten. 2006 betrug die Quote bei Kleingeräten 32 %, sie hat sich bis 2014 mehr als verdoppelt und liegt derzeit bei über 69 %.“

Diese im europäischen Vergleich sehr hohe Sammelquote führte der Bundesobmann der ARGE Abfallwirtschaftsverbände, Josef Moser, auf die „beispielhafte Zusammenarbeit der Kommunen mit der Wirtschaft im Bereich der Elektroaltgeräte und Altbatterien“ zurück. „Gleichzeitig liegen die spezifischen Sammel- und Behandlungskosten nach wie vor im unteren Drittel des Europa-Rankings.“

Informationsoffensive: Kampagne und Schulkoffer

Giehser wies auf „das große Engagement der Abfallberater“ hin – der neu entwickelte EAG- und Altbatterien-Schulkoffer erfreue sich bei Schülern und Lehrern großer Beliebtheit: „Die Nachfrage war so groß, dass in Kooperation mit den pädagogischen Hochschulen im Frühjahr 2015 ein Leihsystem ins Leben gerufen wurde, wodurch die Schulen den Schulkoffer nun kostenlos direkt ausleihen können.“ Bereits 130 Schulkoffer sind bundeweit im Einsatz.

Ein bewusstseinsfördernder Themenschwerpunkt wurde zudem mit der Kampagne „Österreichs Rohstoffe sind kein Müll – Stopp dem illegalem Abfallexport“ gestartet. Der abschließende Appell von Elisabeth Gieser, der Geschäftsführerin der Elektroaltgeräte-Koordinierungsstelle: „Nur wer seine alten ausgedienten Geräte zu einer der 2.100 Sammelstellen in Österreich bringt, hat die Sicherheit, dass diese auch einer ordnungsgemäßen ressourcen- und umweltschonenden Verwertung bzw. Weiterverwendung zugeführt werden.“ 

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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