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Elektro- und Elektronikindustrie: Ab Mai gibt‘s bis zu drei Prozent mehr ins Lohnsackerl … oder mehr Freizeit

22.04.2013

Erfolgreich abgeschlossen wurde die Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 60.000 Beschäftigten der Elektro- und Elektronikindustrie. Die IST-Löhne und -Gehälter steigen demnach zwischen 2,8 und 3,0 Prozent. Eine so genannte Freizeitoption soll es den Unternehmern und Arbeitnehmern zudem ermöglichen, flexibler auf wirtschaftliche Voraussetzungen zu reagieren.

Vor dem Hintergrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage feiern beide Verhandlungspartner die erzielte Einigung – naturgemäß - als vernünftigen Kompromiss. „Es waren harte aber konstruktive Gespräche, bei denen wir trotz der Anfangs weit auseinanderliegenden Positionen am Ende ein verantwortungsvolles Ergebnis erzielen konnten, das die Unternehmen am Standort Österreich nicht über Gebühr belastet“, zog etwa Arbeitgeber-Chefverhandlerin Brigitte Ederer Resümee.

Mit 1. Mai 2013 werden die Ist-Löhne und -Gehälter für Arbeiter und Angestellte zwischen 2,8 und 3,0 Prozent erhöht. Der Abschluss sieht auch dieses Jahr wieder verschiedene flexible Elemente vor. Neben der bereits bewährten Einmalzahlungs- bzw. Verteilungsoption gelang es im Zuge der diesjährigen KV-Verhandlungen eine völlig neue Optionsvariante zu realisieren. Die so genannte Freizeitoption ermöglicht den Unternehmen bzw. Arbeitnehmern eine Umwandlung der IST-Erhöhung in Freizeit. Die neue Option ist ein überaus innovatives Flexibilisierungsinstrument im Rahmen des KV der Elektro- und Elektronikindustrie, das speziell älteren Beschäftigten zu Gute kommen soll.

Was ist die Freizeitoption?

Durch die im Zuge des KV-Abschlusses 2013 vereinbarte Freizeitoption, erhalten Beschäftigte einer Industriebranche erstmals die Möglichkeit, statt der Lohnerhöhung zusätzliche Freizeit in Anspruch zu nehmen. „Von der Freizeitoption profitieren sowohl die Unternehmen als auch die Mitarbeiter. Für die Unternehmen ist die Umwandlung mit keinen zusätzlichen Kosten verbunden, da sie 1:1 erfolgt. Der Mitarbeiter erhält statt der IST-Erhöhung 2013 Freizeit - und zwar bis zu 60 Stunden pro Jahr, die er flexibel einsetzen kann“, erklärt FEEI-Geschäftsführer Lothar Roitner das Modell und ergänzt:

„Die Freizeitoption ist dauerwirksam. Einmal vereinbart erhält der Mitarbeiter das Zeitguthaben jedes Jahr. Vor allem Beschäftigte, die bereits lange im Arbeitsprozess sind, haben so die Möglichkeit ihre Normalarbeitszeit und damit auch ihre Arbeitsbelastung zu verringern.“

Voraussetzung für die Anwendung der neuen Freizeitoption ist der Abschluss einer freiwilligen Betriebsvereinbarung. Diese muss bis 24. Mai 2013 abgeschlossen werden. Gibt es eine solche, hat grundsätzlich jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, durch Einzelvereinbarung mit dem Unternehmen in den Genuss der Option zu kommen. Bedingung dafür ist die Zustimmung des Arbeitgebers.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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