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Eine Handvoll Euro mehr: Österreichs pro-Kopf-Kaufkraft liegt über Deutschland

13.05.2019

Den Österreichern stehen 2019 laut der neuen GfK Studie 24.067 Euro pro Kopf für Ausgaben zur Verfügung, den Deutschen 23.779 Euro. Spitzenreiter sind die Schweizer mit insgesamt 42.067 Euro pro Kopf und Jahr.

Nicht nur zwischen den Ländern zeigen sich Unterschiede im Niveau des verfügbaren Nettoeinkommens, sondern auch innerhalb Österreichs gibt es deutliche regionale Unterschiede. Die rund 8,8 Mio. Österreicher kommen 2019 auf eine Kaufkraftsumme von rund 212,3 Mrd. Euro, während sich die Gesamtkaufkraft der in etwa 82,8 Mio. Deutschen auf 1.968,7 Mrd. Euro beläuft. Die Gesamtsumme der Kaufkraft in der Schweiz liegt hingegen bei knapp 8,5 Mio. Einwohnern im Jahr 2019 laut GfK Prognose bei 356,9 Mrd. Euro (ohne Liechtenstein).

Die Kaufkraft misst dabei das nominal verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Renten und steht für Konsumausgaben, Wohnen, Freizeit oder Sparen zur Verfügung. Der Fokus der Studie liegt in der Herausarbeitung der regionalen Unterschiede. Die Studie zeigt, wie verschieden die regionale Kaufkraft ist, sowohl zwischen als auch innerhalb der Länder.

Wien unter Landesdurchschnitt

Ein Blick auf die Bundesländer zeigt, dass die pro-Kopf-Kaufkraft im Land recht homogen verteilt ist. Wie im Vorjahr belegt Niederösterreich mit 25.186 Euro pro Kopf den ersten Platz und liegt somit knapp fünf Prozent über dem österreichischen Landesdurchschnitt, dicht gefolgt von Vorarlberg mit einer pro-Kopf-Kaufkraft von 25.134 Euro. Schlusslicht des Bundesländerrankings ist Wien, das im Vergleich zu 2018 drei Plätze verliert und mit einer pro-Kopf-Kaufkraft von 23.246 Euro etwas mehr als drei Prozent unter dem Landesdurchschnitt liegt.

Insgesamt weisen fünf der neun Bundesländer eine überdurchschnittliche Kaufkraft auf, während vier Bundesländer etwas unterdurchschnittlich abschneiden. Am nächsten am österreichischen Landesdurchschnitt liegen Oberösterreich und die Steiermark, die mit 24.257 Euro bzw. 23.623 Euro rund 0,8 Prozent vom Landesdurchschnitt entfernt sind. Im Vergleich zum Vorjahr tauschen Oberösterreich und das Burgenland die Ränge vier und fünf; die Steiermark, Kärnten und Tirol rücken jeweils durch die Letztplatzierung Wiens um einen Platz nach vorne.

Heterogene Verteilung auf Bezirksebene

Während sich die Kaufkraftverteilung auf Ebene der Bundesländer als recht homogen erweist, gibt ein Blick auf die österreichischen Bezirke ein etwas anderes Bild: so befinden sich zwar sechs Bezirke der Bundeshauptstadt in den Top 10 des Bezirksrankings, gleichzeitig sind es aber auch sieben Wiener Bezirke, die die letzten Plätze belegen. Dies zeigt, wie heterogen die Kaufkraft über die verschiedenen Stadtbezirke verteilt ist. Wiens 1. Bezirk (Innere Stadt) führt das Ranking mit einer pro-Kopf-Kaufkraft von 39.758 Euro an und liegt somit mehr als 65 Prozent über dem österreichischen Durchschnitt. Auf Rang zwei folgt der 13. Hauptstadtbezirk (Hietzing), in dem den Einwohnern mit 31.094 Euro pro Kopf knapp 30 Prozent mehr für Ausgaben zur Verfügung stehen.

Aber auch das Wiener Umland verzeichnet eine überdurchschnittlich hohe Kaufkraft pro Kopf. Dies wird in den Bezirken Mödling, Korneuburg, Eisenstadt (Stadt) und Tulln am deutlichsten, die alle in den Top 10 vertreten sind. Hier liegt die durchschnittliche Kaufkraft pro Einwohner zwischen 27.449 und 30.653 Euro und ist damit bis zu 27 Prozent höher als im Landesdurchschnitt.

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