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Eigentor von Media Markt: Fußballer schießt scharf gegen den Elektroriesen – und trifft

14.06.2013

„Das verrückte Torwandschießen.“ Diese PR-Aktion fuhr Media Markt von Ende Mai bis 11. Juni in ganz Deutschland. Ein Schuss pro Rechnung, wer trifft, bekommt den Einkauf gratis. In Aachen traf ein Amateurfußballer aber zu oft ins Schwarze. Da wurde es dem Marktleiter zu bunt.  

Dany Ward ist Amateurfußballer beim Deutschen Fußball-Siebtligisten Arminia Eilendorf. Er kaufte beim Aachener Media Markt einen Flachbildfernseher, ein Lautsprecher-System, eine Kaffeemaschine, eine Fritteuse und einen Wasserkocher. Die Rechnungen ließ er sich einzeln ausstellen. Er wollte an der "verrückten Torwand" mehrfach sein Glück versuchen.  Fünf Schüsse aus sieben Metern, drei Treffer.  "Leider waren es nicht die Schüsse, die dem Flachbildfernseher und der Hifi-Anlage galten", sagt Ward zu Die Welt. 230 Euro waren sie aber wert. Mit diesem Geld kaufte er ein Mini-Radio, noch eine Kaffeemaschine und zwei DVD. Er verwandelte zwei Schüsse.

Die anderen Kunden jubelten ihm bereits zu. Eine ältere Dame sprach ihn an. Sie kaufte acht Tablet-PC für 2400 Euro. Ward solle für sie schießen. Sie hatte nur einen Bon. Unter Applaus lief er an und traf.

Am nächsten Tag kam er mit seinem Vetter und zwei Freunden erneut in den Media Markt. Sie kauften fünf Navigationsgeräte, eine elektrische Fliegenklatsche, eine DVD und eben den Trockner und ließen sich acht Kassenbons geben. Dann gingen sie zur Torwand.

Schießen verboten

Bis zur Torwand kamen sie jedoch nicht. "Wir wurden vom Marktleiter und zwei Bodyguards rüde aufgehalten. Mir wurde verboten, an der Torwand zu schießen. Man warf mir vor, ein Krimineller und bandenmäßiger Betrüger zu sein", wird Ward von Die Welt zitiert. Eine Media Markt-Sprecherin erzählt eine andere Version. „Vor Ort ergab sich der Eindruck, dass der Kunde nicht in handelsüblichen Mengen einkauft, sondern gewerblich – was nicht zulässig wäre. Zudem schien es so, dass der Fußballer für andere Kunden antreten wollte – vielleicht um sich dann den Gewinn zu teilen“, sagte sie zur Aachener Zeitung. Das Gespräch mit Ward sei ruhig und freundlich gewesen. Für Ward ist das Unsinn.

Auf alle Fälle durfte Ward nicht mehr schießen, obwohl die Aktion noch lief. Dass verschiedene deutsche Medien auf diesen Vorfall aufmerksam wurden, schlägt sich natürlich aufs Image nieder. Und es ist nicht das erste Mal, dass PR-Aktionen von Media Markt einen schalen Beigeschmack haben.

In Aachen war man jedenfalls sofort um Schadensbegrenzung bemüht. Ward soll noch einmal schießen. Trifft er, spendet das Unternehmen das Geld für einen guten Zweck. Ward weiß noch nicht, ob er zusagt: "Ich mache mit denen jetzt nicht auf Friede, Freude, Eierkuchen."

Die Torwand-Aktion verlief sonst „total erfolgreich“, sagt die Sprecherin zur AZ. Es gebe hunderte glückliche Gewinner allein in Aachen. Dieser Fall sei unglücklich verlaufen.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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