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eBay/Deloitte-Studie: Online-Shopping ist gut fürs klassische Geschäftslokal

17.02.2014

Klingt komisch, soll aber wirklich so sein. Zumindest wenn man der aktuellen Studie Glauben schenkt, die eBay jetzt gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Deloitte veröffentlicht hat. Gemeint ist hier freilich die Einführung einer umfassenden Omnichannel-Strategie.

Detailliert untersucht wurden in der Studie die Auswirkungen von Online-Shopping auf den stationären Handel. Dabei wurden vier Schlüsselergebnisse identifiziert, die zeigen, wie eine Omnichannel-Strategie, also eine parallele Nutzung aller zur Verfügung stehenden Kommunikations-, Vertriebs- und Verkaufswege, Einzelhändlern dabei helfen kann, ihre Absätze zu steigern.

 

Der Erfolg liegt demnach darin, dass führende Omnichannel-Händler in der Lage sind, auch jene Menschen als Käufer zu gewinnen, die sonst das Geschäft zwar betreten, aber oft ohne Kaufabschluss verlassen. Durch einen Omnichannel-Zugang können frustrierende Shopping-Erlebnisse, die oft den Einkauf nicht zustande kommen lassen, wie Warteschlangen an der Kasse oder nicht vorrätige Artikel, reduziert werden. Angesichts dieses Zugangs ist es daher auch wenig überraschend, dass die Studie die Ausgaben im Online-Handel in vielen Bereichen als „zusätzlich zu stationären Einkäufen“ identifiziert.

 

„Online-Umsätze sind zusätzliche Umsätze“

 

„In den Kernsegmenten der Studie, nämlich Bekleidung und Haushaltsgeräte, wird von auch im E-Commerce tätigen Unternehmen praktisch der gesamte Online-Umsatz zusätzlich generiert, ohne die bisherigen Absätze im stationären Handel negativ zu beeinflussen“, heißt es etwa. Nachdem für die Studie die Verkaufszahlen von 21 führenden europäischen Händlern analysiert und zusätzlich 2.000 Personen in Deutschland und Großbritannien befragt wurden, lässt sich allerdings nur bedingt ein Rückschluss auf Österreich ziehen.

 

Die Zahlen aus Deutschland und Großbritannien sind jedenfalls interessant. Laut der Studie sollen in Großbritannien mehr als 95 Prozent der Online-Verkäufe im Bereich Frauenbekleidung zusätzlich zu den Verkäufen im Geschäft erfolgen. Das bedeutet: Von rund 121 Euro, die in einem Online-Shop umgesetzt wurden, wären - ohne Online-Präsenz - nur rund 6 Euro auch im stationären Geschäft des Händlers umgesetzt worden. Diese Statistik wird von den Ergebnissen im deutschen Gerätemarkt bestätigt, wo sogar 98 Prozent der Online-Käufe zusätzliche Umsätze für die Händler darstellten, die sonst nicht möglich gewesen wären.

 

Alexander von Schirmeister, Vizepräsident der EMEA-Region bei eBay: "Es ist eine Win-Win-Situation: Händler, die in mehreren Kanälen aktiv sind, profitieren vom technischen Umbruch und der Erweiterung des gesamten Marktes. Sie werden auch für nicht-lokale Käufer sichtbar. Gleichzeitig steigt die Loyalität einer Marke gegenüber, wenn diese in mehreren Kanälen präsent ist." Das belegen die aktuellen Studienergebnisse aus Deutschland und Großbritannien eindrucksvoll. Es ist anzunehmen, dass sich die Situation am österreichischen Markt sehr ähnlich darstellt.

 

„Online ist keine Bedrohung“

 

Von Schirmeister weiter: "Die Studie zeigt, dass in den untersuchten Bereichen der Handel nicht aus den Fronten on- und offline besteht. Konsumenten möchten das Beste aus beiden Welten: Online-Shopping mit unterschiedlichen Endgeräten, aber auch das Stöbern im Geschäft. Als Händler ist man gut beraten, den Konsumenten auf all diesen Ebenen zu begegnen, sonst verzichtet man auf Kunden - und es wird schwierig sein, diese in Zukunft zurück zu gewinnen."

 

Eine „große Chance für den Einzelhandel“ sei demnach auch der grenzüberschreitende Online-Handel: "Export und grenzüberschreitender Online-Handel ist für ein kleines Land wie Österreich besonders wichtig. Österreichische Händler können ihren Kundenstamm leicht vervielfachen, indem sie mittels Online-Handel neue Märkte erschließen. Aber das ist natürlich keine Einbahnstraße. Die Studie zeigt auch, dass schon 90 Prozent der österreichischen Online-Shopper bereits von deutschen Angeboten Gebrauch gemacht haben."

 

Wenig überraschend, eine weitere Aussage der Studie: die Präsenz auf Online-Marktplätzen (wie etwa auf dem des Studieninitiators), soll nachweislich positive Auswirkungen auf die Verkäufe im Offline-Geschäft zeigen. Konkret soll diese Präsenz auch zu einer höheren Kundenfrequenz in Offline-Geschäften beitragen.

 

Die gesamte Studie zum Download finden Sie unter www.zukunftdeshandels.de/omnichannel/reports

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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