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Die Top 10. Wenig überraschend ist Amazon vorne.

E-Commerce-Markt Österreich: 2,7 Milliarden Euro Umsatz in 2017

28.11.2018

Die Onlineumsätze in Österreich entwickeln sich weiterhin positiv. So konnten die 250 umsatzstärksten Onlineshops in 2017 jeweils ein Umsatzplus erwirtschaften. Das ergibt die aktuelle Studie von EHI und Statista. Unterdessen warnt der Handelsverband vor der massiven Konzentration und dem Umsatzabfluss ins Ausland.

In Österreich setzten laut Studie die 250 umsatzstärksten Onlineshops 2017 insgesamt 2,7 Milliarden Euro mit physischen Waren im Internet um und erzielten damit ein Umsatzplus von 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Vorjahr: 2,5 Mrd. Euro). Die Marktkonzentration ist dabei noch einmal gestiegen. 1,4 Milliarden Euro, und damit 51,1 Prozent des Gesamtumsatzes des Rankings, gingen auf das Konto der Top 10. Angeführt wird das Ranking von amazon.de bzw. at (643,0 Mio. Euro), zalando.at (230,0 Mio. Euro) und universal.at (133,6 Mio. Euro).

„Wie auch im deutschen Markt konzentriert sich das Umsatzwachstum allerdings größtenteils auf die Spitze des Rankings“, erläutert Christoph Langenberg, Data Analyst und Projektleiter Forschungsbereich E-Commerce im EHI. Die Nutzung sozialer Netzwerke steht weiter hoch im Kurs. Instagram ist dabei größter Gewinner.

So einige Ergebnisse der bestellbaren Studie E-Commerce-Markt Österreich/Schweiz 2018 von EHI und Statista, die in Kooperation mit dem Handeslverband erstellt wurde.

Konzentration

"Die Marktkonzentration im E-Commerce nimmt dramatische Dimensionen an. So erwirtschaften die Top 10 Webshops in Österreich mittlerweile mehr Umsatz als die folgenden 250. Amazon allein kommt als Händler mit amazon.de und amazon.com auf 690,4 Millionen Euro, also auf ein Viertel, und konnte den Umsatz innerhalb der letzten fünf Jahre verdoppeln", sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Der E-Commerce-Markt in Österreich sei stark international geprägt. So stammen 124 Onlineshops der 250 umsatzstärksten Shops in Österreich aus dem Ausland. Mittlerweile kaufen auch 57 Prozent der Konsumenten bei ausländischen Webshops ein, während die Loyalität zu heimischen Distanzhändlern abnimmt. Besonders in ausgabenstarken Warengruppen wie Bekleidung oder Bücher kaufen deutlich mehr Konsumenten bei ausländischen als bei inländischen Webshops ein.

Angesichts des massiven Umsatzabflusses ins Ausland und einer wahren Paketlawine aus China – 2017 waren es allein in Österreich rund 6 Millionen Sendungen, heuer dürften es laut Handelsverband 7,5 Millionen werden – wird der Ruf nach sinnvollen Regulierungen immer lauter. "Das ist verständlich, immerhin bezahlen mittelständische Unternehmen in Europa im Schnitt 23 Prozent an Steuern, während milliardenschwere Digitalkonzerne aus Übersee und Fernost nur neun Prozent beim Finanzminister abliefern und fast nichts zur heimischen Wertschöpfung beitragen. Wir müssen dringend faire Spielregeln festlegen. Jene Unternehmen, die hierzulande ihre Steuern zahlen und tausende Arbeitsplätze schaffen, sollten belohnt und nicht bestraft werden", so Will. 

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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