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E-Befund bei Mieterwechsel: Neue ETV fixiert das Recht auf eine sichere Elektroanlage

10.03.2011

"Es ist eigentlich skandalös", sagt Bundesinnungsmeister Joe Witke, "aber trotzdem wahr." Bis vor kurzem mussten die Elektroanlagen in Wohnungen nicht überprüft werden. Mit der neuen ETVO änderte sich das. Zehn Jahre hat’s gedauert, die Verordnung durchzusetzen. Jetzt heißt’s umsetzen. Doch wie so oft, gilt die Verordnung nicht für alle.

"Wohnungen wurden vor dem Krieg für eine Glühbirne und ein Bügeleisen gebaut, nach dem Krieg vielleicht noch für einen Eiskasten", sagt Witke. In hunderttausenden Wohnungen von Herrn und Frau Österreicher glühen noch die Drähte veralteter Elektroanlagen, schätzt Witke. Zehntausende Anlagen seien noch aus der Kaiserzeit. Und das wird vielen zum Verhängnis. Von Verletzungen und dem jährlichen Sachschaden von 99 Millionen Euro ganz zu schweigen, sind jährlich 40 bis 50 Todesopfer in Folge von Stromschlägen und elektrisch gezündeten Bränden zu beklagen. Rund 2.800 Brände verursachen veraltete Anlagen pro Jahr.  

 

Elektrotechniker überprüft bei Neuvermietung

 

Seit Juli 2010 verpflichtet die neue Elektrotechnik-Verordnung den Wohnungsvermieter, bei einer Neuvermietung die Elektroanlage überprüfen zu lassen. Die Anlage muss den Sicherheitsstandards des Elektrotechnikgesetzes 1992 entsprechen, welche zwei FI-Schalter vorsieht. Elektrojournal Online informierte natürlich aktuell im letzten Jahr.

 

Die vorgeschriebene Sicherheit muss der Vermieter über eine umfangreiche schriftliche Dokumentation beweisen. Ein befugter Elektrotechniker erstellt den so genannten Elektro-Befund detailliert und genau. Von Gefälligkeitsgutachten rät Witke schwerstens ab, vor allem dann, wenn etwas passiert. "Das ist praktisch der Tod von dem, der es geschrieben hat", sagt der Bundesinnungsmeister im Gespräch mit Elektrojournal Online.

 

Eine ordentliche Überprüfung kann schon seine zwei bei dreieinhalb Stunden dauern. "Eine Überprüfung für eine 70 Quadratmeter Wohnung inklusive Elektro-Befund kostet dann zirka 250 Euro", so Witke. Der Prüfungsbefund muss komplett ausgefüllt und auch übergeben werden.

Autor/in:
Redaktion Elektrojournal
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