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Dominoeffekt: Insolvente Mutterfirma reißt steirischen Elektrotechniker mit in die Tiefe

19.12.2019

Die Pleite der Herbitschek-Gruppe fordert das nächste Opfer. Nachdem die Hausbank – wohl auch infolge der Turbulenzen bei der Mutterfirma – den Kontokorrentkredit kündigte musste das Elektrotechnikunternehmen seine Zahlungsunfähigkeit anmelden.

Betroffen von der Pleite der Stocker Haustechnik GmbH in Mürzhofen sind elf Dienstnehmer und etwa 60 Gläubiger. Laut KSV wird beim obersteirischen Unternehmen, das sich vorwiegend mit Haustechnik, Elektrotechnik und Elektroeinzelhandel beschäftigt, nun eine Auffanglösung angestrebt. Die seit April 2012 existierende Stocker Haustechnik steht zu 100 Prozent im Eigentum der seit 13. November insolventen Herbitschek GmbH mit Sitz im oststeirischen Ratten und ist von dieser auch operativ und finanziell abhängig. Apropos finanziell: an Passiva sind 0,4 Mio. Euro, an Aktiva rund 0,1 Mio. Euro bekannt, woraus sich eine Überschuldung von rund 300.000 Euro ergibt.

Mit der Kündigung des Kredits der Hausbank verlor die Mürzhofener Firma die Betriebsmittelfinanzierung. Versuche, noch eine Investorenlösung zu finden, waren erfolglos. Als Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Thomas Böchzelt aus Leoben bestellt. Er wird nun zu prüfen haben, ob zumindest eine kurzfristige Fortführung des Unternehmens ohne weitere Schäden für die Gläubiger möglich ist oder ob noch weitere Investorengespräche zu führen sind.

Eventuell könnte sich auch die Möglichkeit einer Auffanglösung ergeben, heißt es seitens des KSV. Die oststeirische Herbitschek GmbH, ein Bau-Unternehmen mit knapp 300 Mitarbeitern, hat inzwischen jedenfalls ein Sanierungsverfahren beantragt.

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